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Satire am Computer ist meist ein böser Reinfall, Spiele wie "Nuclear War" oder die bescheidene Versoftung der englischen Puppen-Serie "Spitting Image" sprechen Bände! Aber Codemasters wiztiges Rock-Manager-Spiel hat ja auf anderen System schon fast Kultstatus...

Man schlüpft in die Rolle von Cecil Pitt, dessen Theateragentur vor der Pleite steht, weil ihn nun auch seine letzte große Zugnummer (Engelbert, die sprechende Giraffe) im Stich gelassen hat. In seiner Verzweiflung beschließt er, die letzten 50.000 Mäuse in eine Rock-Gruppe zu investieren.

Also ziehen sich der Möchtegernmanager und sein leicht bescheuerter Assistent Clive in den Video-Raum zurück, wo eine erstaunliche Auswahl von Größen des Musikgeschäfts zur Disposition steht: Aus 50 Stars bzw. Sternchen können bis zu vier Bandmitglieder ausgesucht werden. Klar, daß echte Heuler wie Tina Turnoff, die schöne Maradonna oder Wacko Jacko (Michael Jackson, im Intro samt Sauerstofffläschen zu bewundern) eine Kleinigkeit mehre kosten als abgehalfterte Ex-Stars wie Rotten Johnny, Frank Zipper, String oder Kate Bushed!

Jetzt wird noch eine Name für die zukünftigen Könige der Hitparaden gew:ahlt, dann muß das nötige Equipment her (wahlweise neu, gebraucht oder geklaut). Nun geht's in den grauen Alltag: Es können einige Übungsstunden eingelegt, Auftritte vereinbart, Pressemeldungen lanciert oder kleine Geschenke (die bekanntlich die Freundschaft erhalten) verteilt werden. Je nachdem, wie geschickt man dabei mit seinem Etat haushält, kommen später Plattenverträge oder sogar Videoproduktionen zustande - im schlimmsten Fall ist die hoffnungsvolle Agentur binnen weniger Tage wieder bankrott.

Ihr seht schon, hier wird so ziemlich alles durch den Kakao gezogen, was im Show-Biz Rang und Namen hat: Es gibt kein Bild, in dem sich nicht mindestens ein Gag verstecken würde, und keine Textzeile, die nicht mit einer saftigen Anspielung aufwarten könnte.

So richtig genießen können den Spaß aber nur Leute, die vom Musik-Geschäft ein bißchen Ahnung haben und zudem über ziemlich gute Englischkenntnisse verfüge. Rein spielerisch ist die Sache nämlich etwas dürftig: Man ist beständig nur damit beschäftigt, mit dem Joystick aus verschiedenen vorgegebenen Handlungsmöglichkeiten auszuwählen. Für etwas Abwechslung sorgen alleine die gelegentlichen Anrufe von Produzenten, die wöchentlichen Charts oder der verfrühte (Unfall-)Tod eines Bandmitglieds.

Bestimmte Aktionen, wie Auftritte, Platten- und Videoaufnahmen oder Zeitungsmeldungen führen zu verschiedenen Grafiken, die zwar recht amüsant, aber mesit auch ziemlich grob gezeichnet sind. Die Titelmelodie ist toll, im Spiel selbst gibt es von Zeit zu Zeit natürlich auch Musik und wenige, eher spaßige dann gute Effekte. Aber für den lächerlich geringen Preis von knapp 20 Märker ist die Anschaffung trotzdem ein Muß - besonders für Musik-Freaks mit Sinn für skurrilen Humor! (ml)