Kwix

Leider gilt ja für Computerspiele oftmals die Regel "Mehr Schein als Sein". In seltenen Momenten trifft man aber auch auf die Ausnahme bzw. Umkehr der Regel - so wie bei dieser Budgettüftelei von Art & Fun!

Auf dem ersten Blick ist die Versuchung groß, sich mit Schaudern abzuwenden und Kwix in der Schublade für überholte Steinereien verkümmeln zu lassen. Aber unsereins wird ja (leider) nicht für den ersten Blick bezahlt, und tatsächlich erschließen sich hier nach und nach verborgene Qualitäten.

Es geht darum, unter Zeitdruck eine vorgegebene Mindestmenge von Mini-Quadraten zu einer "Schlange" zusammenzuschieben. Leider erstrahlt nun aber jede Seite der Klötzchen in einer anderen Farbe, und nur wenn zwei gleiche Tönungen zusammentreffen, überleben unsere Klunker die Kollision.

Für zusätzliche Mühen sorgen das vertrackte Bewegungsprinzip (immer geradeaus bis zum nächsten Hindernis), gemein plazierte Mauern und diverse Sondersteine, die bei Berührung zerbröseln oder das Zeitlimit verkürzen.

Andererseits darf man seine Kiesel an speziellen Flipperfeldern um 90 bzw. 180 Grad drehen, auf daß sich Rot zu Rot gesellen möge...

Die 50 Level bieten Spartaner-Optik, wirken trügerisch simpel und beziehen ihre Motivation dann aus dem bald einsetzenden "Das-dumme-Ding-muß-doch-zu-knacken-sein-Effekt". Mausmäßig sind uns keinerlei Probleme untergekommen, und den kargen Sound (ein paar FX-Samples) kann man angesichts der knobeligen Puzzles durchaus mit Fassung ignorieren.

Fazit: Öde Schale, feiner Kern - wer sich nicht zu den beinharten Präsentations-Freaks zählt, darf Kwix getrost mal eine Chance geben! (jn)