Ilyad logo

Bahnbrechende Spiele hat UBI Soft schon beschert, Games, die den Bildschirm glühen ließen und die Joystickkontakte zum Schmelzen brachten. Software von Feinsten, Meisterwerke moderner Programmierkunst - nur dieses Spiel gehört leider nicht dazu...

Was den Zocker hier erwartet, ist namlich bloß die übliche Durschnitss-Ballerware, wie sie uns seit "R-Type" mit schöner Regelmäßigkeit immer wieder mal serviert wird. Man kämpft sich also mit einem kleinen Raumschiff von links nach rechts über den Screen und wird dabei ununterbrochen von todesverachtenden Feinden angegriffen. Nun wäre an dem schlichten Spielprinzip ja eigentlich nichts auszusetzen, Games wie "X-Out" oder "Z-Out" haben gezeigt, daß sowas auch heute noch einen Höllenspaß machen kann. In den fünf Abschnitten von Ilyad steckt nur leider absolut nichts Neues, hier wird man einfach das Gefühl nicht los, alles schon mal gesehen zu haben - die Gegner, die Hintergrundlandschaften, einfach alles.

Kein Wunder, wenn einem auch die Vorgeschichte merkwürdig vertraut vorkommt: Baron Arkhon, ein finsterer Tyran (ja, ehrlich!), hat mit Hilfe einer Zeitmaschine die Weltherrschaft errungen (toll!). Der Spieler ist Anführer einer Rebellengruppe und muß mit seinem Raumschiff in den Stützpunkt des bösen Barons eindringen und alles wieder in Ordnung bringen (unglaublich!).

Ob Vorgeschichte oder Spiel, wir haben es hier also mit hochkarätiger Dutzendware zu tun: Die Gegner haben Standardgröße, Standard-aussehen und eine Standardbewaffnung. Das eigene Raumschiff ähnelt einer plattgewalzten Ratte, und die Hintergründe bestehen aus einer Aneinanderreihung sehr ähnlicher Techno-Landschaften. Auch der eigentliche Feindflug hat keinerlei spektakuläre Vorkommnisse zu bieten. Außer den Extrawaffen vielleicht, davon gibt es hier ziemliche viele - Speedup-s, Laser, Flammenwerfer, Raketen, Sideshots und Dreifachschüsse aller Arten. Und noch ein erfreuliches Feature soll nicht verschwiegen werden: Sobald das erste Level geschafft ist, darf man es sich aussuchen, mit welchem der verbleibenden Abschnitte man weitermachen möchte. Die Frage ist nur, ob man unbedingt weitermachen will...

Immerhin ist das Scrolling so gut wie perfekt, was man von der (fürchtbar eintönigen) Farbwahl nun wirklich nicht behaupten kann. Manchmal läßt sich der blasse Vordergrund beim besten Willen nicht mehr vom blassen Hintergrund unterscheiden - und schon ist wieder eins der sechs Leben futsch! Die Steuerung selbst geht soweit in Ordnung, es gibt allerdings ein paar unfaire Stellen, wo auch der begnadetste Joystick-Künstler nicht lebend durchkommt. Die Musik ist sogar recht hübsch (und umfangreich), zum Ausgleich sind die Effekte wieder eher enttäuschend.

Alles in allem ist Ilyad zwar nicht richtig schlecht, aber auch alles andere als richtig gut - am besten läßt sich das Game noch mit dem schönen Wörtchen "unscheinbar" charakterisieren. Bleibt die Frage, wer sich diese graue Software-Maus tatsächlich in den heimischen Diskettenkäfig setzen möchte. Wir jedenfalls haben schon mehr als genug von dieser Sorte... (mm)