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Prügelspiele am Computer haben Tradition: Meist sind es billig produzierte Games, die selbst fanatische kampfsportler nur für wenige Minuten an den Monitor fesseln können, ehe sie mit einem gekonnten Karateschlag die Diskette zertrümmern. Aber die geheimnisvollen Shaolin-Kammern heben sich wohltuend von dem üblichen asiatischen Gekloppe ab!

So eine Frechheit: Da haben die Schergen des Kaisers doch glatt die Schwester unseres Helden Hang Foy Qua gekidnappt! Also bleibt dem friedliebenden Zeitgenossen nichts anderes übrig, als schleunigst die Shaolin-Mönche aufzusuchen, um von ihnen die edle Kunst des Kung-Fu zu erlernen. Doch der Weg zur Rache ist beschwerlich: Sechs Kammern, in denen Kraft, Geschick, Reaktion und Beweglichkeit geprüft werden, sind zu bestehen, ehe man die Günstlinge des bösen Regenten aus den Latschen prügeln darf.

Das Spiel beginnt in besagten Kammern, wo - je nachdem wie man sich dort anstellt - die Stärken und Schwächen der Spielfigur festgelegt werden. Nach jeder Chamber erhält der Spieler eine Prozent-Übersicht, die den momentanen Status erläutert. Strength, Attack Force, Defence Force und Constitution sind die Werte, die es hier zu verfeinern gilt. Sobald alle Tests bestanden sind, sollte man sich eine Charakterdisk anfertigen und die erreichten Werte darauf abspeichern. Bis zu vier Mitspieler können sich den Prüfungen unterziehen und unter ihrem Namen Eingetragen werden. Jetzt ist es an der Zeit, den kaiserlichen Prügelknaben ans Leder zu gehen. Doch wehe dem, der bei Prüfungen gepatzt hat: Je mieser die Werte, umso weniger Schlagvarianten (insgesamt 12) stehen zur Verfügung, außerdem kann ein schlechter Lehrling weit weniger Treffer wegstecken, als ein Meisterschüler! Im Zweifelsfall hilft nur ein erneuter Besuch der Kloster-Kammern...

In Sachen Programmier-kunst ist das Game ein klarer Volltreffer; Detailreiche und farbenprächtige Hintergründe lassen jedes Spieler-herz höher schlagen, und auch die Animation der - vielleicht etwas klein geratenen - Fighter ist eine Wucht (besonders das Aufrichten nach einem K.O. muss man gesehen haben...)! Ausgezeichnete Soundeffekte und wahlweise sechs verschiedene Soundtracks verfeinern das Spielerlebnis zusätzlich. Die eigene Spielfigur läßt sich sehr präzise steuern, und die Kollisionsabfrage ist fast schon zu genau: Nur wer exakt im richtigen Abstand zum Gegner steht, hat eine Chance, ihn auch wirklich umzunieten!

Da die Programmierer im Dienste der Abwechslung auch nicht vergessen haben, dem Spiel einen zusätzlichen Zwei-Spieler-Modus zu spendieren, kann es eigentlich nur ein Fazit geben: Wer The Chambers of Shaolin nicht kennt, hat ein Super-Prügelgame verpennt!


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Neuer Monat, altes Spiel: Auch der März bringt CD-Umsetzungen bereits bekannter Amiga-Titel, die wir wie immer auf dieser Seite vorstellen - wo sonst?

Die Titel kommen getrennt auf je einer CD daher, zusammengefa;ß sind hier blo;ß, weil es sich in beiden fällen um Uraltkamellen von Thaltion handelt, die vom Grandslam-Label Unique neu veröffentlicht wurden.

Die Kammern der Shaolin enthalten dabei spielerisch brauchbare Zweikampfaction, die sieben Tore des Jambala sind für nette Jump & Run-Rätselei gut - doch heutigen Ma;ßstäben werden die rund vier Jahre alten Games nun mal nicht gerecht, schon gar nicht am CD32.

Die Grafik ist farblos, die Musik einschläfernd und die Steuerung voll am Joypad vorbeiprogrammiert; trotzdem wird frech der Vollpreis von 69 Steinen eingefordert. Bitte, geben wir halt jeweils bloß 42 Prozent.