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Von digitalen Rennzirkus scheint man bei Gremlin derzeit die Nase voll zu haben, stattdessen stehen Brettspiele hoch im Kurs: Nach der Dungeon-hatz „Hero-Quest“ brettern uns die Jungs nun eine weitere MB-Umsetzung vor den Kopf.

Space Crusade In ihrer englischen Heimat erfreut sich die Vorlage allergrößter Beliebtheit. Tatsächlich wurden die komplexen Raumschlachten mit den unzähligen Plastikfigürchen dort schon mit Preisen überhäuft. Hierzulande ist das SF-Spektakel freilich weniger bekannt, aber wir verraten Euch gerne, worum es dabei geht: Nachdem die Menschheit den „Warp Drive“ durch den Hyperraum erfunden hat, stürmen dort wohnhaften Chaos-Kräfte (zu denen kurioserweise auch Orks gehören) mit ihren Armeen das Normaluniversum. Doch das Imperium schlagt zurück, und zwar mit den Elite-Truppen der „Space Marines“, die sich heldenhaft den Monstern aus der fünften Dimension entgegenstellen.

In unserem Fall haben wir es mit bis zu drei Trupps à fünf Legionären zu tun die sich durch zwölf Missionen ballern müssen. Im wesentlichen geht es stets darum, übernommene Raumschiffe vom Feind zu säubern und/oder Ober-Chaoten zu liquidieren. Eine Session mit zwei Freunden ist ebenso möglich wie einsame Alleingänge, denn genau wie beim Fantasy-Vorgänger kann auch der Solo-Splieler alle verfügbaren Kräfte in die Schlacht werfen. Je nach der angewählte Mission (die vorgegebene Reihenfolge empfiehlt sich, ist aber kein Muß) darf man seine Leute vorher noch im Waffenarsenal eindecken und zudem mit ein paar Extras wie Zielgerät oder Medikit ausrüsten. Danach geht es mit der Enterfähre zum Einsatz: Für gewöhnlich sieht man die recht ordentlich scrollenden, 40 x 40 Felder großen Deckpläne der zu erobernden Kreuzer aus der Vogelperspektive, nur die Fights werden in animierten Iso-3D vorgeführt. Mit bequemer Icon-Steuerung kann nun jeder einzelne Kämpfer in beliebiger Reihenfolge angesprochen und zum Gehen auf ein Feld innerhalb seiner Reichweite und/oder zum Schießen auf böse Feinde bewegt werden, wobei der Rechner die Trefferfrage auswürfelt. Jedoch ist beim Umgang mit den diversen Superböllern Vorsicht geboten, es könnte unter Umständen ein Kollege mit dran glauben!

Nach den Marines sind dann die Aliens an der Reihe, die sich übrigens längst nicht so zahm benehmen wie die Gegner in „Hero Quest“. So geht’s immer weiter, gelöste Missionen ziehen Beförderungen und Medaillen für den jeweiligen Commander nach sich, der seine Erfolge dann auch saven darf. All dies ist spielerisch hautnah an der Vorlage und optisch recht hübsch, lediglich die Ohren werden unausgesetzt mit Schauer FX traktiert. Erleichterung verspricht allein das Umschalten auf die wahlweise erhältlichen Soundtracks, im Gegenzug ist dafür die Maussteuerung ausgesprochen durchdacht und praktisch ausgefallen.

Wer also das Brett-Original kennt und mag, oder auch nur auf der Suche nach einer launigen Taktik-Rangelei ist, darf getrost zu diesem Kreuzzug ins All aufbrechen – Space Crusade ist nicht übel! (jn)

Amiga Joker, May 1992, p.?

amiga joker
Space Crusade
Grafik: 64%
Sound: 46%
Handhabung: 80%
Spielidee: 61%
Dauerspass: 69%
Preis/Leistung: 66%

Red. Urteil:
Für Fortgeschrittene
68%
Preis: ca 79,- dm
Hersteller: Gremlin
Genre: Brettspiel Umsetzung

Spezialität: Komplett in deutsch, eine Missiondisk ist bereits in Vorbereitung.