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WWF Wrestlemania logo

Erstaunlicherweise gab es für den Amiga bisher noch kein einziges vernünftiges Wrestling-Game. Und was noch viel erstaunlicher, ja geradezu sensationell ist: Oceans Catcher zeigen sich von der spielbaren Seite!

WWF Wrestlemania Was daran so sensationell ist? Nun, einmal sind die vielen Spezialgriffe, Schläge und Tritte dieses edlen Sports nunmal steuerungstechnisch nicht gerade leicht hinzukriegen – das riecht förmlich nach überbelegtem Joystick. Zum anderen prangt das Logo der World Wrestling Federation (WWF) und ein Konterfei ihres Aushängeschilds Hulk Hogan verkaufsfördernd auf der Packung – das riecht förmlich nach einer teuren Lizenz ohne viel dahinter. Doch siehe da, alles ward gut, oder zumindest ganz passabel...

Es gibt zwei Spielmodi, nämlich den Wettkampf und das Training. Der Übungsmodus ist vor allem deshalb erwähnenswert, weil nur hier ein zweiter Mensch mit dem Joystick ringen darf, ansonsten tritt man immer gegen den Computer an. Der Rechner ist eigentlich ständig in der überlegenen Position, denn auch bei der Zahl der Gegner führt er mit fünf gegen drei. Die Herausforderungen tragen dem Insider bekannte Namen wie Sergeant Slaughter oder Million Dollar Man, aber auch die eigenen Rohlinge lassen sich in dieser Hinsicht nicht lumpen: Man kann wahlweise als Hulk Hogan, Ultimate Warrior oder British Bulldog in den Ring klettern. Die Herrschaften haben natürlich jeweils ihren ganz privaten "Special-Move", etwa der berühmtberüchtigte "Gorilla Press" des ultimativen Kriegers.

Bevor es richtig losgeht, beschimpfen sich die beiden Kontrahenten erstmal standesgemäß; das ist für eine Weile ganz lustig, aber da man die Tiraden kaum beeinflussen kann, läßt der Reiz spätestens nach der dritten Wiederholung spürbar nach. Anschließend darf man seinen Gegner nach allen Regeln der Kunst vermöbeln, wobei es im Prinzip nur zwei Regeln gibt: Um zu gewinnen, muß man seinen Widersacher mindestens drei Sekunden lang am Boden festhalten, und nach fünf Minuten ist die Tortur so oder so vorbei. Zuvor kann man aber wirklich eine Menge machen, z.B. boxen, treten, festhalten, auf dem Gegner harumtrampeln, in die Seile rennen und sich zurückschleudern lassen (ah, das berühmte "Whipping"), den Spezialgriff anbringen, ja, es ist sogar möglich, kurzfristig den Ring zu verlassen, um den Feind draußen mit einem Klappstuhl zu malträtieren. Trotzdem kriegt man die Sache relativ schnell in den Griff, weil eine Bildschirmanzeige den Spieler immer brav darüber informiert, ob er jetzt mit dem Joystick rütteln oder ganz hektisch auf den Feuerknopf drücken muß.

Aus Wrestle Mania hätte sich bestimmt mehr machen lassen, was Grafik (etwas farblos, ruckelnde Animationen), Sound (Gedüdel und enttäuschende FX) und Optionen (wo bleiben die Manager?) angeht, aber über die Spielbarkeit kann man nicht meckern. Naja, ein bißchen zu einfach ist es vielleicht, aber wo sonst könnte man zeigen, was man im Privatfernsehen alles gelernt hat? (mm)

Amiga Joker, February 1992, p.48

Amiga Joker
Wrestle Mania
Grafik: 60%
Sound: 51%
Handhabung: 62%
Spielidee: 72%
Dauerspaß: 61%
Preis/Leistung: 70%

Red. Urteil: 62%
Für Anfänger
Preis: ca 69,- dm
Hersteller: Ocean
Genre: Sport

Spezialität: Läuft auf dem A500 Plus problemlos, nicht aber auf 1000ern. Ein WWF-Video liegt bei.