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Wer glaubte, die Blütezeit der Textadventures wäre unwiederbringlich vorbei, der kennt die Mannen um Anita Sinclair schlecht: Nach Jahren meldet sich Magnetic Scrolls nun auf der Bühne zrück – mit einem Paukenschlag!

Wonderland Die Lobeshymnen für die PC-Version strotzten ja nur so vor Superlativen – kein Wunder, Wonderland sorgte schließlich für ein Wunder. Denn das Comeback wurde zum Triumpf: Mit einer packenden Handlung, herrlicher Grafik und nie dagewesenem Bedienungskomfort katapultierte Magnetic Scrolls das totgesagte Genre wieder an die Spitze der Charts!

Erzählt wird Lewis Carrolls „Alice im Wunderland“, eine Geschichte, die dank ihres absurden Humors und der skurrilen Gestalten, denen die kleine Hauptdarsteller in ihrer Traumwelt begegnet, auch 80jährige Kinder noch bezaubern kann. Und es ist den Programmierern wirklich hervorragend gelungen, die Atmosphäre der Vorlage über den Monitor zu bringen! Wer sich noch an Klassiker wie „The Pawn“ oder „Guild of Thieves“ erinnert, wird sich zudem nicht wundern, daß die Rätsel in Wonderland nicht nur zahlreich, sondern auch originell und trotzdem logisch sind.

Amiga Joker Hit Worüber man sich aber sehr wohl wundern darf, das ist „Magnetic Windows“, eine wahrhaft geniale Benutzeroberfläche, die eigens für dieses Game ersonnen wurde. Ähnlich wie bei „Windows“ oder „Intuition“ (also z.B. die Workbench) kann man sich den Screen individuell zusammenstellen: Neben dem obligatorischen Textfenster können noch Inventory, Automapping-karte, eine Anzeige für mögliche Ausgänge, eine weitere für im Raum befindliche Gegenstände und natürlich die Grafik frei am Schirm plaziert werden. All das darf man verschieben, vergrößern und verkleinern; dazu gibt es noch etliche Pulldown-Menüs, man kann die Grafiken auch direkt mit der Maus beklicken, Gegenstände ins Inventory „ziehen“, Textpassagen wiederholen und sich von einer fein abgestuften Help-Funktion (von der dezenten Andeutung bis zum Holzhammer) weiterhelfen lassen. Wonderland bietet mehr Funktionen als so manche Anwendung – und ist dennoch, oder gerade deshalb, kinderleicht zu bedienen!

Die über 100 Grafiken sind wunderschön und teilweise sogar animiert, nur mit den Modi hat man sich ein bißchen verzettelt: Wer weder auf SW-Bilder steht, noch einen Multisync-Monitor besitzt, muß sich trotz diverser Optionen mit 16 Farben begnügen. Auch die sechs Musikstücke werden den Fähigkeiten unserer „Freundin“ nicht ganz gerecht, und oft ziehen sich die Nachladezeiten ganz schön in die Länge. Man merkt dem Game halt an, daß es für einen schnellen AT samt Festplatte konzipiert wurde...

Nichtsdestotrotz sollte sich kein Amiga-Abenteurer dieses Erlebnis entgehen lassen: Der Parser versteht praktisch jedes Wort, und wer mit dem anspruchsvollen Englisch nicht überfordert ist, wird sich über die Textausgaben königlich amüsieren. Für Lucasfilm und Sierra brechen harte Zeiten an...! (mm)

Amiga Joker, July 1991, p.?

Der Amiga Joker meint:
"Wonderland hat die Messlatte für kommende Adventures gleich ein paar Meter höher gelegt!

Amiga Joker
Wonderland
Grafik: 83%
Sound: 48%
Handhabung: 94%
Spielidee: 92%
Dauerspaß: 96%
Preis/Leistung: 89%

Red. Urteil: 92%
Für Fortgeschrittene
Preis: ca 99,- DM
Hersteller: Magnetic Scrolls/Virgin
Genre: Abenteuer

Spezialität: Vier Disketten, Zweitlaufwerk wird unterstützt, HD-Installation möglich, Paßwortabfrage, Speichern auf Extra-Disk, englische Anleitung und Poster. Läuft nur mit 1Mb!