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Habt ihr "Teenwolf" gesehen? War Michael J. Fox als umschwärmtes Wölfchen nicht herzallerliebst? Ein weiteres Exemplar der Gattung "Dein freundlicher Langzähn von nebenan" läßt Core Design nun auf den Amiga los.

Wolfchild Allerdings ist Wolfchild keineswegs so ein 08/15- Werwolf, der sich bei Vollmondmal eben ein paar Haare anklebt und dann den Mond anheult. Nein, laut des umfangreichen Mega-Intros (beansprucht eine ganze Disk) ist er vielmehr ein echtes High-Tech-Produkt - sozusagen der Beweis dafür, was eine Transformerkammer aus einem schonen Jungling alles machen kann, wenn man sie nur entsprechend programmiert. Denn wie seinerzeit schon Mr. Fox erkannt hat, bietet so eine kleidsame Wolfsgestalt durchaus gewisse Vorzüge! Besonders, wenn man es mit einem Schürken wie dem finstern Draxx und seinem Spiessgesellen aufnehmen muß..

Daß Spiel selbst entpuppt sich als Misschung aus "Strider" und "Turrican". Oder anders gesagt, als Platform-Oper erster Gute! Der lange und gefahrvolle Weg durch die multidirektional scrollenden Landschaften beginnt auf einem feindverseuchten Kriegsschiff, wo man zunächst noch in menschlicher Gestalt uber Masten und andere Hindernisse springt bzw. Lauft und dabei bosartige Robots und Killer- Echsen in Handarbeit niederschlagt. Aber kaum sind die richtigen Energiekapseln gefunden, geht's als wehrhafter Werwolf weiter, der auch selbst kraftig mitballern kann.

Im nächsten Abschnitt folgt ein höhes Urwalddickicht, wo man es mit fiesen Mutantenpflanzen und einer Art Mega-Chameleon zu tun bekommt. So oder ähnlich sind insgesamt fünf Stages zu bewältigen, allesamt beeindruckend gestaltet und so voller Action, daß fur bewundernde Blicke kaum Zeit bleibt. Lustvolle Optik so fein macht jedoch noch kein Spiel allein -das Gameplay muß stimmen. Und daß stimmt hier tatsächlich! Zwar erscheint die wilde Hatz zu Beginn recht frustrierend (weil schnell tödlich), aber schließlich findet man immer eine Strategie, um große und kleine Gegner ohne Energieverlust beiseite zu räumen und seine anfanglich drei Bildschirmleben erfolgreich zu verteidigen. Es lohnt sich, auch mal unscheinbare Gegenstände anzubaggern, denn hinter so manch bizarrer Blüte verbirgt sich eine Extrawaffe, eine Smartbomb oder gar ein Bonusraum!

Wie bereits zart angedeutet, kann sich die Präsentation sehen lassen, die Feinde sind vielfältig und ansprechend animiert, die Farbwahl ist sehr gelungen, und es warten ein paar nette optische Gags. Lediglich die Soundeffekte hören sich eher durchschnittlich an, aber dafür bekommt man laufend neue, stimmungsvolle Musikstücke zu hören (keinen Schimmer, warum die musikalische Pracht auch abschaltbar ist).

Alles in allem is Wolfchild eine rundum gelungene Action-Erfahrung. Nicht eben innovativ, aber sehr spielbar! (rl)

Amiga Joker, March 1992, p.32

Der Amiga Joker meint:
"Wolfchild ist ein Prachtkind - eine Freude fur jeden Action-Papi"

Amiga Joker
Wolfchild
Grafik: 82%
Sound: 74%
Handhabung: 72%
Spielidee: 56%
Dauerspaß: 83%
Preis/Leistung: 74%

Red. Urteil: 81%
Für Fortgeschrittene
Preis: ca 89,- DM
Hersteller: Core Design
Genre: Action

Spezialität: Zwei Disks, Zweitlaufwerk wird nicht unterstützt und der Highscore leider nicht gesaved.