Bring me to the Main Page   Bring me to the Reviews Index

Kinderkram


The adventures of Willy Beamish logo

Na liebe Kinderchen, Ihr könnt doch sicher alle schon bis zwölf zählen? Das ist günstig, denn dann habt Ihr keine Schwierigkeiten mit dem Wechseln all der vielen Diskettlein dieses Süßen Spielchens. Allerdings dürftet Ihr in diesem Fall bereits viel zu erwachsen dafür sein...

The adventures of Willy Beamish Nach "Rise of the Dragon" und "Heart of China" wurde nun das dritte Adventure des Sierra-Partners Dynamix vom PC auf den Amiga umgesetzt. Wie nicht Amiga anders zu erwarten, gibt es wieder eine kinderleicht zu bedienende Mausklicksteuerung, traumhaft schön gezeichnete Grafiken mit zum Teil wirklich gut animierten Szenen und - ganz wenig Spiel!

The adventures of Willy Beamish Inhaltlich geht es bei diesem "interaktiven Comic" um den kleinen Willy, der für sein Leben gern an der Nintari-Spielemeisterschaft teilnehmen würde. Das Problem dabei ist, daß sein Zeugnis nicht übermäßig berauschend ausgefallen ist, zudem hat Papi soeben seinen Job verloren, was den altern Herrn auch nicht gerade in Spendierlaune versetzt. Weil aller schlechten Dinge drei sind, handelt es sich bei der Süßstoffirma Tootsweet, die Daddy einen neuen Job angeboten hat, anscheinend um einen äußerst dubiosen Laden...

The adventures of Willy Beamish So unüberwindlich all diese Probleme auch erscheinen mögen, gelöst hat man sie in drei, vier Stunden. Man braucht bloß bei den Gesprächen, die im Multiple-Choice-Verfahren ablaufen, jeweils die sinnvollste Antwort auswählen und die simpel gemachten Rätsel knacken - schon ist der Erfahrungsschatz wieder um ein geschafftes Spiel reicher! Hier mal ein Beispiel für den horrenden Schwierigkeitsgrad: Wer im Café den herumnervenden Rüpel loswerden will, muß dazu nur das Warnschild von der terpetinverseuchten Toilette entfernen. Wenig später geht der Kerl nämlich dort rein, zündet sich eine Zigarette an und... gibt endgültig Ruhe! Daß das Game eher zur leichtlöslichen Sorte gehört, heißt aber noch lange nicht, daß es deswegen langweilig wäre. Ganz im Gegenteil, das Programm hat ein paar astreine Gags auf Lager: Einmal wird Willy z.B. von einer Straßengang angepöbelt, woraufhin eine scheinbar friedliche japanische Touristengruppe plötzlich zu einem Haufen wilder Karatekas mutiert, die den Knaben entschlossen verteidigt! Oder Horny, der mit Cola gedopte Frosch - echt zum Kichern! Aber was hilft es, nach wenigen Stunden ist der Spaß vorbei, und dann ärgert man sich bloß noch über die rund 120 Märker, die man dafür ausgegeben hat.

Zudem sind die Bilder zwar sehr hübsch und sehenswert animiert, die Begleitmusik ist ebenfalls recht ordentlich, aber die hohe Handhabungsnote gilt eigentlich nur für den Festplattenbetrieb. Wer sowas nicht hat, kann sich schonmal innerlich darauf einstellen, daß er bereits während des Vorspanns mehrfach die (insgesamt zwölf!) Disks jonglieren darf! Sieht man von diesen "Kleinigkeiten" ab, ist Willy Beamish wirklich ein sehr witziges Adventure... (C. Borgmeier)

Amiga Joker, March 1992, p.97

amiga joker
The Adventures of Willy Beamish
Grafik: 87%
Sound: 71%
Handhabung: 80%
Spielidee: 33%
Dauerspass: 35%
Preis/Leistung: 33%

Red. Urteil:
Für Anfänger
42%
Preis: ca 119,- dm
Hersteller: Dynamix/Sierra
Genre: Abenteuer

Spezialität: 1MB und Festplatte oder Zweitlaufwerk(e) erforderlich. Gimmicks (aber kein Handbuch?) in der Box, eine deutsche Version ist bereits in Vorbereitung.