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Wheelspin logo  AGA  A1200 Speziell

Nach “Turbo Trax”, das Black Legend im Stil von “Overdrive“ konstruiert hatte, wurde das italienische Werksteam Floating Point nun mit einem AGA-Nachbau von „Skidmarks“ beauftragt – es entstand eine Render-Raserei mit kleine Schwächen.

Wheelspin Wie beim neuseeländischen Vorbild toben sich die vier Starter auf leicht schrägen Draufsicht-Pisten aus, die solo oder im Splitscreen-Duett berast werden können. Ehe man in drei Schwierigkeitsgraden gegen die computergesteuerte Konkurrenz um den besten Platz auf dem Siegertreppchen kämpft, will aber erst mal ein Alter ego aus dem Fahrerlager gewählt sein: Die acht Piloten unterscheiden sich nicht nur durch ihre (vor landestypischen Digi-Bildchen plazierten) Comic-Konterfeis, sondern auch in ihrem Fahrkönnen – die hübsche Französin Michelle etwa bringt ganz andere Qualitäten bzw. Werte mit als z.B. der rasende Rasta Rashid aus Afrika.

Wheelspin Über wahlweise drei, fünf oder acht Runden müssen dann hinter dem Steuer von Buggy, Landrover und Sportwagen jeweils zehn Läufe erfolgreich absolviert werden, damit man zur Teilnahme an der abschließenden „World League“ qualifiziert ist. Für Rekorde und Position hagelt es satte Prämien, die in je drei zusätzliche Motoren, Reifensätze oder Stoßdämpfer, größere Tankkapazität oder Turboladungen investiert werden. So laßt sich das Vehikel vor jedem Rennen optimal an die recht unterschiedlichen Strecken anpassen und die maximale Leistung aus der Kiste kitzeln. Da die CPU-Konkurrenz mit viel künstlicher Intelligenz gesegnet ist, sollte der Ernstfall aber zunächst im Trainingsmodus geübt werden. So kann man nämlich die Fahrzeuge mit beliebiger Ausrüstung auf allen Kursen austesten und dabei gleich mal abchecken, mit welchem der fünf Steuermodi der fahrbare Untersatz am besten in den Griff zu bekommen ist: Per „Pinball“-Handling überspringt das Gefährt z.B. gegnerische Autos beim Auffahren, während „Jumping Nitro“ statt beschleunigendem Turbo die Sprungkraft eines Känguruhs liefert.

Rein optisch machen die zehn Kurse etwas mehr her als die von „Skidmarks“, schon weil sie sehr abwechslungsreich aufgebaut und genau wie die Fahrzeuge gerendert sind. Da donnert man auf Asphaltbrücken über die tiefen Schluchten eines Canyons, gibt am Meer unter Palmen auf steinernen Dämmen Gas, kämpft gegen den eisglatten Untergrund der Schneelandschaften oder wirbelt den Wüstensand einer Oase auf. Wobei übrigens auch hier durchdrehende Reifen ihre Spuren hinterlassen und beim Abkommen von der Piste der Dreck nur so fliegt. Dazu finden sich am Streckenrand jede Menge netter Details wie parkende Helis oder einsatzbereitete Sanitäter nebst Sanka. Allein die Animationen der Flitzer sind nicht immer die wahre Freude; manchmal scheinen sie eher über den Untergrund zu schweben. Dazu kommt oft heftiges Geruckel am Splitscreen.

Wheelspin Ebenfalls nicht voll überzeugend ist die Sticksteuerung, denn zwar liegt so ein Bolide mit der Standardmotorisierung und (erst zu verdienenden) Edelstoßdämpfern sowie griffigen Pneus wie ein Brett auf der Straße, kommt aber den versierten Compu-Cracks kaum hinterher. Röhrt hingegen ein Hochleistungswerk unter der Haube oder bringt man den Turbo zum Einsatz, ist es um die Bodenhaftung auch schon geschehen. Und das nicht nur bei den gelegentlichen Rampensprüngen oder in kniffligen Steilkurven! Es sind also wahre Joystick-Akrobaten gefragt, noch dazu solche, die sich von einem Rennspiel kein Kammerkonzert erwarten! Abgesehen von der ordentlichen Titel- und Menümusik, begnügt sich die Akustik mit Standard-FX wie Motoren- und Crashgeräuschen.

Schlimmer sind die nervigen Ladezeiten, wenn direkt von den satten sechs Disketten gespielt wird – wohl dem, der einen Festplatten-Parkplatz sein eigen nennt. Dafür wurde eine Speicheroption für Spielstände gedacht, und auch die Rekorde werden dauerhaft verewigt. In der Summe profitieren vor allem Solisten von diesen Vorzügen, da Rudelraser wegen der hier fehlenden Modem-Option sowie der mageren Teilnehmerzahl nach wie vor bei „Super Skidmarks“ besser aufgehoben sind. Diese Italo-Variante ist eher ein Tip für nervenstarke und erfahrende Lenker auf der Suche nach einer echten Herausforderung. (sl)

Amiga Joker, October 1995, p.p.??

WHEELSPIN
(BLACK LEGEND)
RENDER-RACING
66%
"KNIFFLIG"
Amiga 
Joker
GRAFIK
ANIMATION
MUSIK
SOUND-FX
HANDHABUNG
DAUERSPAß
68%
59%
70%
62%
64%
68%
VARIABEL: 3 STUFEN
PREIS DM 69,-
SPEICHERBEDARF
DISKS/ZWEITFLOPPY
HD-INSTALLATION
SPEICHERBAR
DEUTSCH
2 MB
6/JA
JA
RECORDE/SPIELSTAND
KOMPLETT