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Action total?

Total carnage AGA logo  A1200 Speziell

Schon länger keine echte Arcade-Konvertierung mehr gesehen, was? Hier kommt eine von ICE – allerdings handelt es sich dabei um eine Ballerei für den 1200er, die man auch nicht unbedingt gesehen haben muß...

Total carnage AGA Dabei wären die Voraussetzungen für einen Action-Knaller schon da gewesen, denn das Automaten-Original stammt von Midway, also den Machern solcher Hämmer wie „Mortal Kombat“ und „NBA Jam“. Selbst beim in der Computerfassung mittlerweile indizierten Quasi-Vorgänger „Smash TV“ aus gleichem Hause ging die Post noch recht gut ab, und auch hier ist das Gameplay für Pazifisten denkbar ungeeignet: Schwerbewaffnete Solo- oder Teamsöldner sollen vorwiegend menschliches Kanonenfutter niedermetzeln.

Die Unterschiede zwischen dem von der BPS geschaßten Spiel und seinem Nachfolger sind dabei eher geringfügig; wo früher in eine stationären Futuro-Arena die Laser glühten, werden die Schergen des Diktators Akhboob jetzt halt auf scrollendem Terrain bekämpft. Vor dem Gemetzel gilt es, sich zwischen Stick-, Pad- und Keyboardsteuerung sowie zwei Schwierigkeitsgraden zu entscheiden, doch leicht ist das Spiel in keiner Variante – Continues werden schmerzlich vermißt, zumal die drei Bildschirmleben relativ schnell ausgehaucht sind. Schließlich stürmen die feindlichen Trupps von allen Seiten und oft gleich im Dutzend an, Panzerbesatzungen ballern, bis die Rohre glühen, und riesige Cyborgs mit Kanonen statt Armen machen den Screen unsicher. Mit dieser Übermacht sollen nun Spielersprites fertig werden, die sich bewegen, als hätten sie zum Frühstück eine Packung Valium eingepfiffen...

Total carnage AGA Auch die Waffenauswahl läßt zu wünschen übrig, denn zwar kann man sich durch das Aufsammeln von Icons diverse Wummen, einen Laser, Flammenwerfer oder Dreifachschuß verschaffen, doch unterscheiden sich die Geräte praktisch oft nur durch die Farbe der Projektile. Selbst die limitierten Tretminen und die in besonders brisanten Momenten herbeizitierbare Luftunterstützung können nichts daran ändern, daß sogar bei Kollision mit bereits getroffenen und verblutenden Gegner ein Leben verlorengeht – was im meist herrschenden Gedrängel keine Seltenheit ist. Ansonsten sind unfaire Momente zwar selten, doch ist das Spiel auf Dauer ein wenig eintönig; was auch für die Optil gilt: Trotz flüssigem Scrolling und leidlicher Animationen hat man am 1200er selten derart fade Landschaften gesehen. Die grafische Einöde aus Braun und Grün wird nur durch detailarme Berge und Häuser unterbrochen; Musik gibt es gleich überhaupt keine, und die Sound-FX sind unterdurchschnittlich.

Einen Totalausfall verhindert hier aber immerhin die insgesamt solide Spielbarkeit (auch versteckte Bonusabschnitte wurden nicht vergessen), weshalb wir für die angekündigten Versionen für A500 und CD32 die Hoffnung noch nicht aufgeben – ein etwas hübscheres Äußeres könnte Total Carnage ja schon zu einem echt brauchbaren Game machen. (rl)

Amiga Joker, May 1994, p.?

TOTAL CARNAGE
(ICE)
SÖLDNER - ACTION
61%
"HEKTISCH"
Amiga Joker
GRAFIK
ANIMATION
MUSIK
SOUND-FX
HANDHABUNG
DAUERSPAß
55%
63%
-  
48%
66%
62%
VARIABEL: 2 STUFEN
PREIS DM 79,-
SPEICHERBEDARF
DISKS/ZWEITFLOPPY
HD-INSTALLATION
SPEICHERBAR
DEUTSCH
2 MB
3/JA
NEIN
NEIN
ANLEITUNG