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Toki logo

Kennt man ein Game bereits aus der Spielhalle, dann ist die Konvertierung ja oft eine herbe Enttäuschung. Bei Oceans neuestem Striech macht sich hingegen fast schon Verwirrung breit: Automat oder Amiga?

Toki Toki ist eines dieser leicht japanisch angehauchten Plattformgames, wie sie heutzutage vor allem auf den Konsolen ihr Unwesen treiben. Als Hintergrundstory muß mal wieder das alte Märchen von der entführten Freundin herhalten, dafür hat man sich für die Hauptrolle eine echt starke Identifikationsfigur einfallen lassen: Der Held ist anatomisch irgendwo zwischen Affe und Neanderthaler angesiedelt – ein Mensch wie du und ich also. Na, zumindest war er das, bevor ihm der magiebegabte Kidnapper einen struppigen Pelz angehext hat. Und weil sich Tokilein keinen Schönheitschirurgen leisten kann, wetzt er halt hinter Zauberer und Freundin her...

Sechs popig bunte Level sind es bis zu der Tante, und in jedem tummeln sich ganze Horden von Gegnern und Endgegnern. Weil man denen nicht immer bloß ausweichen kann, müssen natürlich auch Waffen her: Vorrätig sind unter anderem kleine, große und Mehrfach-Schüsse, dazu kann Toki (manchmal) Feuer spucken, auf seinen Widersachern rumhüpfen, und wenn ihm zufällig mal ein Football-Helm in die gierigen Pfoten fällt, setzt er ihn auf und hat damit einen prima Schutzschild. Für Abwechslung im Affenleben sorgt vor allem die unterschiedliche Gestaltung der Spielabschnitte: Die Reise beginnt in einem Höhlenlabyrinth, geht dann unter Wasser weiter (habt Ihr schonmal einen Affen mit Taucherbrille gesehen?), bis man nach den Stationen Feuerhöhle, Eispalast und Dschungel schließlich im Goldenen Palast landet. Für die nötige Hektik sorgt das eingebaute Zeitlimit; bei der Gegnerauswahl waren die Programmierer dagegen ein bißchen einfallslos – einige der Biester aus dem Schlußlevel hat man schon im ersten kennengelernt...

Toki Scrolling und Animationen machen dem Amiga jederzeit Ehre, getrübt wird der optische Genuß einzig und allein durch den schwarzen NTSC-Trauerrand rund um den etwas klein geratenen Screenausschnitt. Die Soundbegleitung (Effekte und gleichzeitig gute bis sehr gute Musikstücke) schmeichelt selbst verwöhnten Ohren; aber die Steuerung muß sich leichte Kritik gefallen lassen: Man hat die Lage zwar immer im Griff, aber entweder schießen oder laufen ist heute nicht mehr ganz state of the art. Mitunter gerät man deshalb auch arg ins Schwitzen, denn einige Stellen sind dermaßen monsterhaltig, daß sie nur mit viel Übung zu schaffen sind.

Fassen wir zusammen: Es ist Ocean zwar gelungen, das Wunder von "Pang" zu wiederholen und ein Amigagame zu fabrizieren, das sich von der Coin Op Vorlage (fast) nur insofern unterscheidet, als man hier kein Kleingeld einzuwerfen braucht, aber für einen Hit hätten die Jungs noch ein bißchen am Spieldesign feilen müssen. Für eine Extraportion affenscharfe Action reicht es allerdings auch so dicke! (mm)

Amiga Joker, September 1991, p.26

Der Amiga Joker meint:
"Toki ist Arcade-Action in Reinkultur!"

Amiga Joker
Toki
Grafik: 84%
Sound: 76%
Handhabung: 66%
Spielidee: 54%
Dauerspaß: 79%
Preis/Leistung: 70%

Red. Urteil: 77%
Für Experten
Preis: ca. 89,- DM
Hersteller: Ocean
Genre: Action

Spezialität: Deutsche Anleitung, Continues ohne Ende und eine Schlußsequenz, die sich sehen lassen kann (sofern man sie je zu sehen kommt...).