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Na, wie war’s in Albertville? Ach, Ihr wart gar nicht dort? Wohl wieder an der Vorqualifikation gescheitert, was? Macht Euch nichts draus, bei Microids Nachfolge- Streich in Sachen digitaler Winterolympiade ist Gold auch für überzeugte Antisportler drin!

Super Ski 2 Ja, selbst ungeschicktere Joystick-Athleten dürfen hier auf Edelmetall hofften, denn die sechs gebotenen Disziplinen zeigen sich überwiegend von der leicht erlern- und steuerbaren Seite. Die weiße Pracht steht bis zu vier Digital- Olympioniken offen, zwei Sticks sind zugelassen – leider meist nur nacheinander, einziger Parallel- Wettbewerb ist Trickski auf der Buckelpiste.

Den Anfang macht jedoch der Riesenslalom. In 3D-Perspektive à la „Outrun“ brettert man tunlichst schnell durch die weit gesteckten Tore, vorzugsweise ohne Feindkontakt mit Bäumen oder Steinen. Die zurückgelegte Strecke wird mit einem Balken angezeigt, für die Punkteberechnung zählt die richtige Mischung aus Zeit und (nicht gemachten) Fehlern. Beim anschließenden Bobfahren enden Patzer gleich mit einem schwungvollen Flug aus der Bahn, also sollte die lange und kurvenreiche Eisröhre möglichst in der Ideallinie durchrauscht werden. Keine allzu schwere Aufgabe, der Bob ist ebenso groß wie die Steuerung simpel. Es folgt der „normale“ Slalom, die Unterschiede zur Eröffnungsdisziplin beschränken sich allerdings auf engere Tore und eine langsamere Abfahrtsgeschwindigkeit. Perspektive und Wertung bleiben wie gehabt. Jetzt wird’s etwas anspruchsvoller, denn beim Skisprung garantieren nur exaktes Timing und akrobatisches Reißen am Stick einen formvollendeten Flug ohne abschließende Bruchlandung. Der Flieger wird in der Seitenansicht gezeigt, ständig muß man seine Haltung nachkorrigieren – hat er eine gute Figur gemacht, muß nur noch die Weite stimmen, um ordentliche Noten einzuheimsen. Noch mehr Geschick verlangt die jüngste Olympia-Disziplin, das Free-style-Rennen. Gleichzeitig mit einem Kontrahenten (digital oder menschlich) schlingert man so flott es geht eine Buckelpiste herunter, um mit gewagten Sprüngen die Gunst der Kampfrichter zu erobern. Zuguterletzt stellt das temporeiche Abfahrtsrennen (Slalom ohne Tore) noch einmal das Reaktionsvermögen auf die Probe.

Klar, daß am Ende jedes Einzelwettbewerbs die obligatorische Siegerehrung wartet, auch die übrigen Sportspiel-Standards wie Länder- bzw. Spielerwahl und ein Trainingsmodus fehlen nicht. Was fehlt, ist ein konstantes Niveau: Die Steuerung schwankt zwischen einfach und gewöhnungsbedürftig, die Zwischenbilder sind mal sehr schön, dann wieder etwas plump geraten. Im allgemeinen geht die Grafik aber durchaus in Ordnung, Scrolling und Animationen sind recht flüssig; beim herzlich eintönigen Sound hätten sich die Programmierer jedoch etwas mehr Mühe geben dürfen. Sieht man jetzt noch von den nervigen Ladezeiten ab, bleiben grundsolide Winterspiele in der Tradition von Epyx. Etwas mehr Abwechslung bzw. Ideenreichtum, und Super Ski 2 hätte das Zeug zu einem Medaillenanwärter gehabt. (pb)

Amiga Joker, May 1992, p.?

Amiga Joker
Super Ski II
Grafik: 71%
Sound: 58%
Handhabung: 64%
Spielidee: 62%
Dauerspass: 68%
Preis/Leistung: 70%

Red. Urteil:
Für Fortgeschrittene
67%
Preis: ca 79,- dm
Hersteller: Microids
Genre: Sport

Spezialität: Zwei Disketten, deutsche Anleitung, Pause-funktion.