Bring me to the Main Page   Bring me to the Reviews Index

Strike Fleet logo

Das ging aber mal flott: Schlappe fünf Jahre ist es her, seit diese Kriegsflotte auf dem 64er vom Stapel lief – und schon bekommen auch wir unsere Konvertierung! Die Reederei hieß damals bereits Electronic Arts, entwickelt wurde das Spiel allerdings in der Werft von Lucasfilm Games.

Strike Fleet Bis zu 16 Mitglieder umfaßt der Flottenverband, denn man hier auf Abenteuerreise schicken kann, und dabei hat man wiederum die Auswahl zwischen zehn verschiedenen Schiffstypen, wie z.B. Zerstörern, Fregatten, Kreuzern oder Tragflügelbooten. Ausgerüstet sind sie mit allem, was gut und teuer ist, sprich Harpoons, Exocet-Raketen, Torpedos und Bordkanonen sämtlicher Kaliber. Dazu kommen bei einigen Kähnen noch Hubschrauber, was dem Spiel auch eine gewisse taktische Note verleiht. Aber ansonsten beschränkt sich die Action hier halt vornehmlich auf die Action…

Der Spieler darf nur während der Kämpfte selbst Hand anlegen, im übrigen schaltet und waltet die Automatik (Anker einholen und so). Am besten schippert man also gleich im (einstellbaren) Zeitrafferbetrieb an den Ort des Geschehens, wo es dann in Echtzeit – und knüppeldick – zur Sache geht. Der Schwierigkeitsgrad der 14 Missionen reicht von einfach bis Windstärke 12, die angebotene Campaign ist sogar nur noch schlimm. Das liegt daran, daß der Feind hier von oben, unten, vorne, hinten und von der Seite angreift! Was nebenbei bemerkt ja auch kein Kunststück ist, wenn man über Flugzeuge, U-Boote und Kriegsschiffe aller Sorten verfügt. Die Gegenwehr erfolgt komplett per Maus – Geschwindigkeit, Radar, Waffen und sämtliche Zusatzfunktionen gehorchen problemlos auf Nagetierkommandos. Die ganze Handhabung ist gut durchdacht, so daß man trotz der vielen Kontrollinstrumente nach kurzer Eingewöhnungszeit wunderbar zurechtkommt.

Doch leider gibt’s auch ein paar dicke Minuspunkte! Dem Programm ist seine Entstehungszeit deutlich anzumerken, im Vergleich mit der Konkurrenz wirkt es immer noch wie ein typisches 8-Bit Spiel. Die Konvertierungskünstler haben sich wahrlich nicht gerade mit Ruhm bekleckert, beispielsweise „bezaubert“ die Grafik mit dem verblichenen Charme der Gründerjahre: Das Wasser hat hier nämlich sehr wohl (blaue) Balken, die Karten sind popelig – lediglich die wenigen Zwischenbilder können einigermaßen überzeugen. Der Sound hat sich sogar verschlechtert, die Schiffe hören sich nun wie Dampfloks an, und die Musik dudelt so unauffällig vor sich hin, daß man sie kaum wahrnimmt.

Wer also das Original dieser actionreichen Strategie-Simulation kennt, wird sich wohl über die mäßige Umsetzung ziemlich ärgern – hat Strike Fleet doch seinerzeit schon erkennen lassen, daß Designer Lawrence Holland dereinst Asse wie „Their Finest Hour“ aus dem Ärmel schütteln würde. Wessen Gedächtnis hingegen nicht so weit zurückreicht, der ist nicht schlecht beraten, bei der Präsentation ein Auge zuzudrücken und mit dem offenen mal einen Blick auf diesen Genre-Mix zu werfen (mm)

Amiga Joker, May 1992, p.?

Amiga Joker
Strike Fleet
Grafik: 56%
Sound: 44%
Handhabung: 70%
Spielidee: 78%
Dauerspass: 67%
Preis/Leistung: 70%

Red. Urteil:
Für Fortgeschrittene
67%
Preis: ca 69,- dm
Hersteller: Electronic Arts
Genre: Mixtur

Spezialität: Dicke, gute deutsche Anleitung, HD-Installation möglich, vernünftig gemachte Codeabfrage.