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Ein Müllermeister züchtet Bienen, deren Honig die Intelligenz der Bevölkerung steigert, der Erzbischof zaubert in einer religiösen Zeremonie Sturmböen herbei – wenn Silmarils schon mal eine Wirtschaftssimulation macht, dann soll es auch was Besonderes sein!

Storm master Es braucht sich also niemand zu wundern, wenn bei diesem Sturm auf die Bastionen herkömmlicher Softwarekonventionen sogar ein kleiner Flugsimulator mit im strategischen Spiel ist. Bei so einem originellen Genre-Mix darf die Hintergrundstory ruhig etwas altbacken ausfallen: Eoliä und Sharkaania sind zwei Inseln, die viel miteinander gemein haben – ihre eng benachbarte Lage in der Fantasywelt Urgaa, das stürmische Wetter und eine Bevölkerung, die ihren jeweiligen Nachbarn nicht riechen kann. Erst neulich haben diese wahnsinnigen Sharkaanianer wieder mal den eoliäischen Inselchef umgenietet. Nur gerecht, daß der Spieler jetzt dessen Part übernehmen darf, nur gerecht, daß er die sharkaanischen Ansiedlungen baldmöglichst dem Erdboden gleichmachen soll!

Storm master Ausgangspunkt des edlen Ansinnens ist das Hauptmenü, ein stimmungsvoller Schnappschuß des eoliäischen Ministerrats: Dort thront etwa der erwähnte Müllermeister, der nicht nur für die Bienenzucht, sondern auch für alle anderen (land-) wirtschaftlichen Fragen zuständlich ist. Soweit es allerdings um Kauf und Verkauf fertiger Produkte, Börsenhandel und Steuererhöhungen geht, fühlt sich eher der Kastellan kompetent. Daneben gibt es natürlich den „zauberhaften“ Geistlichen, einen Hofnarren, die Geheimpolizei (mordet, sabotiert und verfaßt sinnlose Dossiers), einen Ingenieur, den Oberbefehlshaber und noch ein paar hoheitlich tätige Leuteschinder. Durch gezieltes Anklicken dieser ehrenwerten Gesellschaft dringt man in die einzelnen Untermenüs vor, wo dann beispielsweise „Flugschiffe“ gebaut und komplett mit Pilot, Kanonier, Koch und Soldaten ausgerüstet werden. Nach der Festlegung Startflughafens, umfangreichen Testflügen und weiteren Spitzfindigkeiten kann man die vorsintflutlichen Flugis Richtung Feindesinsel schicken. Dort läßt man die Strategie erstmal beiseite und greift stattdessen zum Joystick – natürlich darf man sich hier keine richtige Flugsimulation mit allen Schikanen erwarten, aber dafür gibt es bei den richtigen Flugsimulationen auch keine Flugschiffe mit mächtigen Holz-Katapulten an Bord...

In aller Kürze noch ein, zwei erwähnenswerte Punkte: Die insgesamt sechs Szenarien eignen sich nur für Solo-Strategen, zum Ausgleich sind gleich sechs verschiedene Schwierigkeitsgrade vorhanden. Handhabung (Maus und Tasten, im Flug auch Joy), Komplexität und „Reifegrad“ des Programms sind über die meisten Zweifel erhaben, die grafische und soundmäßige Präsentation leider weniger: Akustisch ist das Game ein totaler Reinfall, die hübschen, aber kaum animierten Bilder kennt man zwangsläufig bald in- und auswendig. Alles in allem kein neuer Software-Orkan, aber eine erfrischende Brise für’s Strategen-Genre! (od)

Amiga Joker, April 1992, p.72

Der Amiga Joker meint:
"Storm Master pustet frischen Wind ins Strategen-Gehege!"

Amiga Joker
Storm Master
Grafik: 70%
Sound: 23%
Handhabung: 72%
Spielidee: 76%
Dauerspaß: 74%
Preis/Leistung: 70%

Red. Urteil: 72%
Variabel
Preis: ca. 89,- DM
Hersteller: Silmarils
Genre: Mixtur

Spezialität: Komplett in deutsch, die Speicherung von Spielständen kostet einen Digi-Dukaten aus dem Staatshaushalt!