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Star crusader logo  AGA  A1200 Speziell

Wenn da mal kein Stern im Osten aufgegangen ist: Endlich erhellt wieder ein neuer Action-Kreuzzug à la „Wing Commander“ das Amiga-All! Nur in Sachen Grafik sieht die Gametek-Zukunft etwas düster aus.

Star crusader Wer den Test von Empires 3D Helikopter „Coala“ im Heft gelesen hat, ist ja schon vorgewarnt. Auch happige Ansprüche an die Hardware sind kein Garant für ein ebenso ansprüchsvolle Optik, Bei diesem Spaceflugi ist die anfängliche Enttäuschung da um so bitterer, als der Hersteller die Erwartungen zuvor enorm hochgeschraubt hatte. All die Messeverführungen, Presseninfos und via Internet bzw. Mailbox verbreiteten Vorab-Screenshots versprachen (auch) eine 3D-Optik auf dem neuesten Stand der Technik – allein, die Realität sieht anders aus...

Sobald man die erforderlichen 15 MB auf der Festplatte freigeschaufelt und es sich im AGA-Cockpit bequem gemacht hat, bekommt man nämlich weder Gourad-Schattierungen noch tolles Texture-Mapping auf den Raumschiffen oder gar spektakuläre Spezialeffekte beim Durchfliegen der Sternennebel und Asteroidenfelder zu sehen. Nein, all diese Versprechungen blieben erfüllt, statt dessen erblickt man Polygone im Stil des 3D-Opas „Elite Plus“ wobei bestenfalls drei Dutzend der grobgeditherten und farbarmen, aber immerhin gefüllten Vielecke pro Raumschiff verbraten wurden. Unglaublich, daß dieses grafische Armutszeugnis am A1200 immer noch hoffnungslos vor sich hin ruckelt, sofern das Gerät nicht mit Fast RAM oder besser einer Turbokarte bestückt ist. Wenn man aber andererseits auf diese Weise kräftig nachhilft, entwickelt sich das häßliche Entlein doch noch zu verführerischen Weltraum-Prinzessin!

Star crusader Jetzt aber zur Story: Weit draußen im All, genauer gesagt im Ascalon Rift, ist ein erbitterter Krieg um den begrenzten Siedlungsraum erbrannt. In der Rolle von Roman Alexandria streitet der Spieler für die Sache der Gorenen und hilft diesen erst mal bei ihrer gerade begonnenen Invasion. Doch im weiteren Verlauf macht die Handhabung einige überraschende Kehren – und so kann es ohne weiteres passieren, daß Roman mit der aggressiven Außenpolitik seines eigenen Volkes nicht mehr einverstanden ist, zum Feind überläuft und fortan dessen Verteidigungsreihen starkt. Bevor man in derartige Gewissenskonflikte gerät, darf aber erst mal ausgiebig geübt werden. So kann man im eingebauten Simulator gegen über 40 verschiedene Feindräumer antreten und sich dabei bis hin zur völligen Unverwundbarkeit durch zugeschaltete Schilde schützen. Anschließend macht man sich am Terminal mit den Eigenheiten, Führern und der technischen Ausstattung der beteiligten Völker vertraut oder informiert sich am Kartenscreen über den aktuellen Stand der Invasion. Beim Briefing erläutert dann ein englisch sprechender Offizier jede einzelne der rund 100 Missionen. Keinen Einfluß hat man zunächst darauf, mit welchem Sternenjäger. Aufklärer oder fliegerischen Alleskönner es in die Schlacht geht. Ebenfalls fest vorgegehen sind die Flügelleute und das mitgeschleifte Waffensystem, von denen insgesamt zehn verschiedene an Bord installiert sein können. Erst wer die höheren Offiziersweihen erhalten hat, darf seine eigene Crew zusammenstellen und sie im Fall des Falles auch mit der Erledigung von Sonderaufträgen bzw. Untermissionen betrauen.

Das eigentliche Geschehen wird ähnlich wie bei „Wing Commander“ oder „Epic“ überwiegend aus der gewohnten Cockpit-Perspektive gezeigt. Schnell mal zur Seite oder nach hinten gucken ist nicht drin, und die Handvoll Außenperspektiven (Hinterbord-Ansicht, Waffenkamera, Zielbetrachtung etc.) erweisen sich in der Praxis als unnützes Beiwerk. Nichtsdestotrotz ist es ungemein spannend, hier fremde Satelliten auszuspionieren, gegnerische Frachter zu plündern, als Raumerbegleitschutz aufzutreten oder Alien-Attacken abzuwehren. Das gilt vor allem für die heroischen Zweikämpfe mit den CPU-Feinden, deren Können man nie unterschätzen sollte, auch wenn es einstellbar ist. Daß der Joystick nicht unterstützt wird, fällt dabei dank der feinen Kombisteuerung aus Maus und Keyboard kaum ins Gewicht. Zudem gibt es praxisnahe Ziel hilfen und sinnvolle Arbeitserleicherungen, so kann man z.B. das Tempo des eigenen Raumers durch einen simplen Tastendruck an die Geschwindigkeit des angepeilten Opfers angleichen.

Star crusader Gameplay und Handhabung befinden sich also durchaus auf gehobenem SF-Niveau, bloß die eingangs bereits gescholtene Optik holt den Gesamteindruck schnell wieder auf den Boden der historischen Tatsachen zurück: Die blitzenden Schutzschilde, brennenden Triebwerte und herumfliegenden Einzelteile von abgeschossenen Fliegern sind sicher nett gemeint, aber die grafische Umsetzung hat der gute alte „Starglider II“ schon 1988 am A500 bunter und flüssiger hingekriegt. der Unterschied zwischen den beiden Detailstufen ist dabei zwar beachtlich, doch beim Tempo hilft eben nur Hardware-Tuning. Aber zumindest sind die gerenderten Zwischenbilder sehr ordentlich, und gelegentlich wird die Story auch von Kurzfilmen mit üppiger englischer Sprachausgabe (die man anno PC ja noch als separates „Speech-Pack“ dazukaufen mußte) weitergesponnen. Das schafft Atmosphäre und sieht endlich mal gut aus. Auch die Sound-FX können sich hören lassen, während der Original-Soundtrack von der DOSe hier leider gänzlich fehlt. Man darf gespannt sein, ob die versprochene CD-Umsetzung da musikalischer ist; mit einer deutschen Version ist freilich auch da nicht zu rechnen.

Was bleibt, ist eine Weltraum-Rose mit Dornen: Star Crusader verspricht aufregende Space-Action mit Tiefgang – allerdings nur für solchen Raumpiloten, die bei der Grafik ein bis zwei Augen zudrücken können und über die nötige Hardware verfügen. (rl)

Amiga Joker, January 1996, p.78-80

DER STERNENKREUZZUG IM DETAIL
DER KOMMANDOSCREEN
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Die Schaltzentrale ist der Ausgangspunkt für sämtliche Einsätze, von hier aus sind alle nachgeschalteten Screens bzw. Abteilungen erreichbar.

DER SIMULATOR
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Hier lernt man den Umgang mit den drei volkseigenen Raumfahrzeugen sowie die Eigenschaften von rund 40 Alien-Sternenkreuzern kennen.

DER KARTENRAUM
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Hier ist sehr übersichtlich verzeichnet, welches der in den Sternenkrieg verstrickten Völker welches Gebiet unter seiner Fuchtel hat.

DAS BRIEFING
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Im Info-Center wird anhand vorgerfertigte Dialoge zwischen Oberkommando und Staffel erläutert welche Astro-Mission wo zu absolvieren ist.

DER COMPUTERRAUM
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Am Terminal ist Wissenwertes zu Alien-Rassen und Raumschiff-Typen abrufbar, Karrieristen rekrutieren hier ihre Flügelleute und Geschwader.

DAS COCKPIT
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Im Schleudersitz nimmt man Platz, um Frachtern Begleitschutz zu geben, Aliens wegzulasern oder Satelliten zu scannen – und damit die Pilotenkarriere voranzutreiben.

DIE EMPFANGSHALLE
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Nach jeder Mission warden hier alle Fehler angeprangert und die Heldentaten belohnt; etwa mit dem „Lionheart“-Orden für besondere Tapferkeit.

STAR CRUSADER
(GAMETEK)
SPACE - ACTION
74%
"INTRO-VERTIERT"
Amiga Joker
GRAFIK
ANIMATION
MUSIK
SOUND-FX
HANDHABUNG
DAUERSPAß
62%
56%
-  
76%
78%
77%
VARIABEL: 5 STUFEN
PREIS DM 59,-
SPEICHERBEDARF
DISKS/ZWEITFLOPPY
HD-INSTALLATION
SPEICHERBAR
DEUTSCH
2 MB
10/NEIN
ERFORDERLICH
SPIELSTÄNDE
ANLEITUNG