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Wer hat die Glühbirne erfunden? Thomas Edison, sehr gut. Und wer hat sich den Ätherflieger ausgedacht? Auch der alte Edison, das wußtet Ihr gar nicht? Wir eigentlich auch nicht, aber Empires Rollenspiel weiß es besser!

Space 1889 Wie die Einleitung bereits vermuten läßt, ist die Story von Space 1889 das Produkt einer wahrlich überschäumenden Phantasie – allerdings nicht der der englischen Company. Dort hat man nur das gleichnamige „Papier-und-Bleistift-Rollenspiel“ umgesetzt, und zwar erst mal auf dem PC, jetzt auch für den Amiga.

Wir befinden uns also in einer seltsamen Parallelwelt, in der man dank Edisons kuriosem Vehikel die Planeten unseres Sonnensystems bereisen kann. Somit sind Ende des letzten Jahrhunderts schon Merkur, Mars und Venus von Menschen besiedelt, doch treiben sich dort auch allerlei Eingeborene und wilde Tiere herum. Also reichlich Stoff, aus dem die Abenteuer sind...

Aber keine Party ohne Party, hier kann der fünfköpfige Trupp entweder fix und fertig aus der Bytes-Konserve übernommen oder selbst gehäkelt werden. Dazu würfelt der Rechner sechs grundlegende Eigenschaften wie Charisma oder Social Level aus, von denen insgesamt 24 Fähigkeiten abhängen. Diese wiederum legen die in Frage kommenden Karrieren fest, und der daraus gewählte Beruf sorgt dann für regelmäßige Einkünfte. Das bereits vorhandene Vermögen ergibt sich jedoch aus dem Social level, denn ein Blaublütler ist natürlich wohlhabender als ein hergelaufener Prolo.

Die fünf Freunde starten in London, kaufen sich zunächst mal eine vernünftige Grundausrüstung zusammen und haben es sodann auf das Grab von Tut-ench-Amun im ägyptischen Tal der Könige abgesehen. Doch das ist nur der Anfang einer turbulenten Schnitzeljagd mit vielen Knobeleien, noch mehr Hinweisen und vergleichsweise wenigen Kämpfen. Zum Höhepunkt kommt es draußen im All, wo nichts Geringeres als die Unsterblichkeit winkt!

Die Umgebung der vorläufig noch keineswegs unsterblichen Party wird aus der Vogelperspektive dargestellt - ähnlich dürftig wie in „Mega Traveller 1“, aber man erkennt recht gut, was Sache ist. Weitere Anzeigen informieren über den Zustand des jeweiligen „Teamchefs“, und die Menüliste am unteren Bildschirmrand ermöglicht vielfältige Aktionen oder ruft Sonderscreens wie Combat und Inventory auf. Leider ist diese Steuerungsmethode längst nicht so phantasievoll wie die Story, trotz Maus kommt man nur sehr umständlich im Spiel voran. Ja, manche Stellen wie z.B. die Kämpfe sind fast schon unspielbar, überhaupt ist hier das Keyboard des öfteren die bessere Wahl.

Untermalt wird das antik-futuristische Treiben von durchwachsenem Sound; Zumindest die Titelmusik besticht durch Dramatik und Atmosphäre, die paar FX im Spiel allerdings eher durch konsequenten Minimalismus.

Tja, tolle Story, zähes Gameplay - in dieser Beziehung gleicht der Amiga-Space seinem PC-Vorgänger wie eine Glühbirne der andern. Wer sich nicht daran stört, darf sich auf originelles Rolli-Vergnügen freuen. Aber Hand aufs Herz, wer stört sich nicht daran? (jn)

Amiga Joker, January 1992, p.?

amiga joker
Space 1889
Grafik: 58%
Sound: 52%
Handhabung: 41%
Spielidee: 77%
Dauerspass: 60%
Preis/Leistung: 48%

Red. Urteil:
Für Experten
55%
Preis: ca 99,- dm
Hersteller: Empire
Genre: Abenteuer

Spezialität: Bietet zwei Disketten, fordert ein Megabyte und erlaubt HD-Installation. Das englische Manual ist lückenhaft.