Bring me to the Main Page   Bring me to the Reviews Index

Son Shu Si logo

Wie bitte? Son of Sushi? Nein, mit den Nackommen roher Fischgerichte hat dieses Plattformgame nichts am Teller – mit anderen japanischen Köstlichkeiten hingegen schon: Die Newcomer von Expose haben sich hier unübersehbar an Konsolenknallern wie "Mario" und "Sonic" orientiert.

Son Shu Si Die Vorgeschichte könnte dann ebensogut in japanisch sein, so unwichtig ist sie: Die üble Dämon Taar-Ka hat das liebliche Königreich Tan Tao besetzt, weshalb Son Shu Si jetzt als Retter in der Not betätigen darf (na, wenigstens bleibt uns so die entführte Prinzessin erspart...). Also packt der putzige Rotschopf seine Wumme ein, und los geht die Reise!

Hüpfenderweis durchqueren wir den ersten von sechs Leveln, einen idyllischen Waldabschnitt. Naja, was man halt so idyllisch versteht – ständig schwirren Giftpilze, fleischfressende Pflanzen oder todbringende Schmusehündchen durch die Gegend, riesige Statuen erwachen zum Leben, und robuste Zwischengegner machen das Überleben schwer. Wohlgemerkt schwer, aber keineswegs unmöglich: Es bleibt stets eine fair Chance zum Ausweichen oder Abballern, sodaß die anfänglichen vier Leben (bzw. Die vier Continues) eine Weile reichen sollten. Gegen Ende des Levels klettert Son Shu Si in ein Wolkentaxi und darf sozusagen im Flug einen Bildschirmfüllenden Obermotz besiegen; danach geht es in einen finsteren Höhleabschnitt und immer so weiter.

Tja, wie sagte immer schon Turricans Opa: Wo Gegner sich zahlreich tummeln, da sind auch Extrawaffen nicht weit. Recht hat er, bereits der Standard-Flammenwerfer unseres Helden röstet die Gegnerschar im Nu, einen durchschlagenden Erfolg garantieren allerdings erst die Shurikens und Bomben, die man nach Abschuß einer kompletten Feindformation erhält – allerdings nur für begrenzte Zeit, im Unterschied zur käuflich erworbenen Feuerkaft aus dem Extrawaffenladen. Hier gibt es gegen bare Münze auch guten Rat („Wie sprenge ich den Endgegner?“), doch leider sind die nützlichen Shops meist ebenso gut versteckt wie die Geheimräume, Bonusfrüchte oder das Spiel-im-Spiel, ein (hervorragender) Arkanoid-Clone.

Für Abwechslung wäre somit gesorgt, die Steuerung des Helden klappt auch tadellos. Na, dann ruckelt vielleicht das horizontale Scrolling? Oder flackern etwa die Sprites? Kriechen sie am Ende gar nur träge über den Screen? Nein, nichts von alledem: In Zusammenarbeit mit den französischen Vollprofis von Loriciel entstand ein technisch sehr ausgewogenes Spiel. So zischen die farbenprächtigen Sprites wie von der Tarantel gestochen durch die gelungenen Hintergründe, die Soundeffekte kommen klar und knackig aus den Speakern. Musik gibt es überall, nur leider nicht während des Spiels. Aber damit kann man leben, genau wie mit dem Manko, daß nach jedem Game Over ein Diskettenwechsel angesagt ist. Denn insgesamt bringt Son Shu Si doch eine gehörige Portion fernöstliches Konsolen-Flair auf unsere treudeutsche „Freundin“. (rl)

Amiga Joker, April 1992, p.84
(Note: After 13 years the Amiga-version of Son Shu Si finally surfaced in 2005 with the help of the original authors and the Amiga community. The whole story can be found at the Amiga Games That Weren’t website)

Der Amiga Joker meint:
"Son Shu Si ist prima Plattform-Aktion für Konsolen-Fans."

Amiga Joker
Son Shu Si
Grafik: 76%
Sound: 70%
Handhabung: 64%
Spielidee: 64%
Dauerspaß: 76%
Preis/Leistung: 72%

Red. Urteil: 74%
Für Fortgeschrittene
Preis: ca. 89,- DM
Hersteller: Expose/Loriciel
Genre: Action

Spezialität: Zwei Disks, Zusatzfloppy wird nicht unterstützt, Highscores werden nicht gesaved. Aber: Volle PAL-Auflösung in 32 Farben!