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Schule zu stressig? Bürojob zu langweilig? Maloche zu anstrengend? Kein Problem, denn Omnitrends Raumkampf-Simulation ermöglicht Euch eine vielversprechende Karriere als Schlachtschiff-Captain. Ob die Umschulung wohl lohnt?

Rules of engagement 1 Ehe Ihr gleich das Arbeitsamt bzw. den nächsten Soft-Shop stürmt, um Euch für den Job zu bewerben, bieten wir Euch einen kleinen Eignungstest. Wißt Ihr beispielsweise, warum das Game nach dem Ehrenkondex der Kampfpiloten benannt wurde? Nein?! Wir auch nicht. Aber wir wissen, daß sich die Rules das Hintergrundszenario eines von Menschen besiedelten Sternenhaufens mit anderen Space-Operas von Omnitrend teilen, nämlich „Breach 1 & 2“ bzw. „Universe 1 – 3“. Im Gegensatz zu diesen eher taktisch bzw. adventuremäßig ausgerichteten Kollegen geht es hier aber um die Bewältigung anwählbarer Missionen in deren Verlauf man sich mit seinem Kreuzer (oder gar einer ganzen Flotte) für die Federated Worlds und gegen deren kosmische Konkurrenz zu engagieren hat. Unterschiedliche Schwierigkeitsgrade inbegriffen, versteht sich.

Enden die Raumschlachten und Kaperfahrten (in die man sogar „Breach 2“ einbinden kann) erfolgreich, klettert Ihr mit der Zeit die Karriereleiter empor, und auch sonst ist Realismus angesagt: Gar nicht so einfach, die unzähligen zur Steuerung eines solchen Schiffungetüms erforderlichen Funktionen wirklich korrekt zu beherrschen! Die ganze Pracht verteilt sich auf vier komplizierte Hauptscreens – Steuerpult, Funkzentrale, Datenbank und Feuerleitstand. Von hier aus können alle nur denkbaren Flugmanöver eingeleitet werden. Gespräche mit Freund und Feind sind ebenso möglich wie Informationsbeschaffung oder eben präzise gelenkte Gefechte. Weil wir aber in der Zukunft weilen, wird die eigentliche „Handarbeit“ von Autopilot, Zielerfassung und anderen hilfreichen Apparaturen geleistet, nur wer unbedingt will, haut höchstpersönlich in die Tasten. Und falls zwischendurch mal Leerläufe auftreten sollten, kann man sie einfach mit dem Zeitraffer überbrücken.

So weit, so komplex. Aber hätte die Grafik nicht wenigstens ein bißchen aufwendiger ausfallen können? Müssen die Farben so häßlich sein? Sehen die Cockpits in Zukunft wirklich derart „trocken“ aus? Auch die wenigen FX sind eher unauffällig, dabei hatte die hübsche Titelmusik doch schon Erwartungen geweckt. Immerhin hat man mit der Maus reelle Chancen, sich erfolgreich durch all die vielen Funktionen zu nagen, wobei das ausgezeichnete englische Handbuch stets eine zuverlässige Stütze ist.

Bis zu diesem Punkt gleicht die Amigaversion dem PC-Original fast wie ein Zwilling dem anderen, aber dummerweise wird hier ewig und drei Tage nachgeladen – was dem Spielfluß gar nicht gut bekommt! Als Kommandant für das Amiga-Schlachtschiff kommt also doch nur ein sehr, sehr geduldiger Zeitgenosse in Frage, der überdies beim Stichwort Simulation eher an „Silent Service“ denn an „Falcon“ denkt… (jn)

Amiga Joker, January 1992, p.?

amiga joker
Rules of Engagement
Grafik: 47%
Sound: 59%
Handhabung: 55%
Spielidee: 66%
Dauerspass: 59%
Preis/Leistung: 50%

Red. Urteil:
Variabel
58%
Preis: ca 84,- dm
Hersteller: Omnitrend/Mindcraft
Genre: Simulation

Spezialität: Zwei Disketten, Harddisk-fähig, läuft nur mit 1 MB. Mit dem Missionseditor kann man eigene Abenteuer basteln.