Abenteuer Überleben
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Am PC offeriert Silmarils diesen futuristischen Abenteuerurlaub schon seit dem Sommer, jetzt werden die Koffer auch am Amiga gepackt. Doch ob A500 oder AGA-Rechner, eine Erholungsreise dürfte es kaum werden...

Robinson's requiem AGA Dafür sorgt schon die irdische Regierung des 22. Jahrhunderts, die ihre Welten-Scouts nicht etwa in den vertraglich garantierten Vorruhestand mit Wein, Weib und Gesang, sondern in die Verbannung auf den Planeten Zarathustra entläßt. Man fürchtet nämlich im Kanzleramt, daß sich der "Robinson" (wie die Erforscher genannt werden) auf seinen Erkundungstouren durch fremde Welten mit gefährlichen Bazillen verseucht haben könnte, weshalb solche Einzelkämpfer nach vollbrachten Heldentaten in die Quarantäne abgeschoben werden. Doch einer wie Trepliev 1 läßt sich diese Behandlung nicht ohne weiteres gefallen und setzt nun alles daran, Zarathustra's dampfenden Dschungeln und staubigen Steppen zu entkommen!

Dummerweise stehen diesem löblichen Ansinnen (und damit dem Spieler) nicht nur die ansässigen Tiger, Riesenspinnen oder Monstermolche kritisch gegenüber, auch die eigenen Leidensgenossen erweisen sich meist als recht unleidlich. Zudem zwingt ein eklatanter Ausrüstungsmangel zum Improvisieren mit ordentlichen Bodenschätzen wie Holz, Blättern und anderen Naturprodukten bzw. zur Plünderung der Vorräte anderer Ausgesetzter. Auch als sein eigener Medizinmann darf sich betätigen, um nicht einer Grippe, einer Lebensmittelvergiftung oder einer Verletzung aus den vielen Echtzeitkämpfen im Stil von "Ultima Underworld" zu erliegen. Und so gerät die Story unversehens zu einem sehr realistischen Survival-Training, zumal ein Schwachpunkt der 3D-Optik vom PC bei der Konvertierung nicht ausgemerzt würde: Man fällt immer noch leicht in eins der ebenso zahlreichen wie schwer auszumachenden Löcher im Gelände und bricht sich dabei sämtliche Gräten.

Robinson's requiem AGA Im übrigen wurde die Präsentation am Amiga allerdings grundsätzlich anders aufgebaut, denn anstelle von Voxels bekommt es der Robinson hier weitgehend mit normaler Vektorgrafik zu tun - was sich in der AGA-Variante auch gar nicht übel aussieht, am 500er jedoch ziemlich blockige Lego-Landschaften beinhaltet. Hier wie dort lässt sich das Sichtfenster verkleinern, aber uns schien die größere, wenngleich langsamere Version der bessere Kompromiß zwischen Präsentation und Spielbarkeit zu sein. Die Qualität des Titeltracks wird von den manchmal etwas krächzigen FX (hauptsächlich "tierisches" Gebrüll) nicht mehr ganz erreicht, und die Steuerung klappt in der Partnerschaft zwischen Maus und Tastatur am besten, wenngleich sich ein paar kleine Schwächen bei der Item-Benutzung auch so nicht vermeiden lassen.

In der Summe ist Robinsons Requiem also auch am Amiga ein spannendes und durchdachtes Freiluft-Adventure, selbst wenn gestrandeten "Freundinnen" gegenüber "Quarantaine-DOSen" der letzte atmosphárische Kick fehlt - Vektoren sind nun mal keine Voxel, ohne Aga-Unterstützung schon gleich gar nicht… (jn)

Amiga Joker, November 1994, p.86

ROBINSON'S REQUIEM
(SILMARILS)
SURVIVAL - ADVENTURE

72%


STANDARD
Amiga Joker

77%


AGA
Amiga Joker
"REALISTISCH"
64%   GRAFIK   76%
70%   ANIMATION   72%
84%   MUSIK   84%
67%   SOUND-FX   72%
72%   HANDHABUNG   73%
74%   DAUERSPASS   81%
VARIABEL
PREIS DM 79,-/ 89,-
SPEICHERBEDARF
DISKS/ZWEITFLOPPY
HD-INSTALLATION
SPEICHERBAR
DEUTSCH
1 MB/2 MB
4/7 /NEIN
JA
JA
KOMPLETT