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Ich glaub, ich steh im Walde...

Adventures of Robin Hood logo

Frohe Kunde für alle Witwen und Waisen – der Rächer der Enterbten ist wieder unterwegs! Gleich mit zwei Filmen kommt der Mann in Grün dieses Jahr in unsere Kinos, und die unvermeidliche Versoftung ist auch schon fertig. Hier ist es also, das Spiel zur Legende.

Adventures of Robin Hood Vor rund 800 Jahren jagte der böse Sheriff von Nottingham den Ritter Robin von Locksley aus seiner schönen Burg, worauf sich der frischgebackene Ex-Lord ohne festen Wohnsitz im Sherwood Forest verkroch. Dort zog er sich eine grüne Strumpfhose an, setzte ein passendes Hütchen auf und war fortan damit beschäftigt, das englische Bruttosozialprodukt neu zu verteilen.

So jedenfalls will es die Legende, hier ist es jedoch gar nicht so einfach, ein Volksheld zu werden: erstens braucht man dafür die Hilfe verläßlicher Freunde, zweitens muß man das Vertrauen der Bevölkerung gewinnen, und driteens möchte unser Held ja auch noch seine Burg zurückerobern und sich am Sheriff rächen. Leider werden beide hervorragend bewacht...

Durch die isometrische 3D-Perspektive erinnert das Game auf den ersten Blick stark an „Populous“, aber das Spielprinzip ist dann doch ganz anders. Über diverse Icons bringt man Robin zum laufen, Schießen (mit Pfeil und Bogen), Prügeln, Reden und Objekte aufsammeln; es handelt sich hier also mehr um ein actionbetontes Adventure. Ein eigener Screen zeigt die Werte für Geld, Energie, Stärke und Popularität an, besonders letzteres ist wichtig. Wer nicht immer schön den Armen hilft, hat auch die öffentliche Meinung nicht auf seiner Seite, und dann hat es z.B. gar keinen Sinn, die Burg zu stürmen – versucht man es trotzdem, erlebt man eine böse Überraschung! Anhänger um sich zu scharen, ist ebenfalls überlebensnotwendig, denn sonst endet jede Verhaftung beinahe automatish mit dem Tod. Und weil auch der tugendsamste Held nicht immer bloß Gutes tun kann, darf man zur Entspannung und die holde aber widerspenstige Maid Marian werben.

Adventures of Robin Hood Was Robin Hood von anderen Digi-Abenteuern unterscheidet, ist eine Extraportion Humor, der Ablauf in Echtzeit, und daß die Bewohner der Spielwelt notfalls auch ohne unseren Helden auskommen: Die guten Leute besuchen den markt, bauen eine Kathedrale, singen, tanzen, und gehen auf die Jagd, egal ob Robin Däumchen dreht oder einen Überfall nach dem anderen veranstaltet. Die optische Präsentation des Programms mag auf die Fotos nicht sonderlich aufregend aussehen, aber in der Bewegung macht sie wesentlich mehr her. Besonders die Animationen der (winzigen) Menschen sind wirklich gelungen! Die flotte Titelmusik und die atmosphärischen FX können ebenfalls überzeugen, gleiches gilt für die Handhabung. Allerdings mit einer Einschränkung: Die kombinierte Maus-/Tastatursteuerung ist manchmal etwas umständlich.

Alles in allem bietet Robin Hood aber abwechslungsreichen Adventurespaß – dank der kommoden Schwierigkeitsgrades und der nicht allzugroßen Spielwelt auch für weniger erfahrene Abenteurer empfehlenswert! (Kate Dixon)

Amiga Joker, October 1991, p.30

Der Amiga Joker meint:
"Robin Hood – ein Spiel für Arm und Reich!"

Amiga Joker
Robin Hood
Grafik: 76%
Sound: 76%
Handhabung: 73%
Spielidee: 80%
Dauerspaß: 75%
Preis/Leistung: 73%

Red. Urteil: 74%
Variabel
Preis: ca. 79,- DM
Hersteller: Millennium/U.S. Gold
Genre: Abenteuer

Spezialität: Komplett in deutsch, der Spielstand kann natürlich gespeichert werden.