Bring me to the Main Page   Bring me to the Reviews Index

Roadkill CD32 Logo  CD32

Daß der Rennsport nicht ganz ungefährlich ist, weiß spätestens seit Ayrton Sennas tragischem Tod jedes Kind - auf vorliegende Pisten sollten sich aber wirklich nur Piloten wagen, die ihr Testament stets im Handschuhfach mit sich führen!

Roadkill Die (selbst-) mörderische Raserei ist das Ergebnis der Zusammenarbeit von Acid Software mit den "Seek & Destroy"-Machern von Vision, und die hat ja schon einmal benzingetränkte Früchte getragen: Nicht ohne Grund habt Ihr das phantastische Iso-rennen "Skidmarks" bei der Wahl des Amiga-Spiels 1994 zum Vizemeister im Sportgenre gekürt. Und während der Nachfolger dieses Knallers gerade an die Startposition fährt, senkt sich nun erst mal die Flagge für eine starke Mischung aus "Micro machines, "Overdrive" und einem Mordversuch auf Rädern.

Daß die todesverachtenden Konkurrenten hier beim Kampf um die Pole Position alles andere als zimperlich vorgehen, zeigt nämlich bereits das Intro: Mögen die 3D-Strecken auf Anhieb auch an eine harmlose Carrera-Bahn erinnern; wenn man in beeindruckenden Animationen vor Augen geführt bekommt, wie sich ein Fahrer nach einem Crash mühsam aus dem Wrack seiner Kiste befreit, nur um bei einer weiteren Kollision wortwörtlich den Kopf zu verlieren, dann weiß man, was Sache ist! Und wenn Raketen oder Minen die Boliden in Feuerbälle verwandeln, was eine Stimme aus dem Off lakonisch mit den Worten "It's Showtime!" kommentiert, wünscht man sich fast schon einen Airbag in den Compi...

Roadkill Ehe der Spieler selbst zur Tour de Schrott startet, darf er sich aber in einem reichhaltigen Optionsmenü austoben. So ist zum Kennenlernen der Strecken erst mal eine Proberunde angesagt, bei der man in aller Ruhe die Abkürzungen, Sprungschanzen zum Überwinden von Minenfeldern, Haarnadelkurven und anderen Spezialitäten dieses Spiels auskundschaftet. Zudem liegen die Anzahl der zu absolvierenden Runden, der Schwierigkeitsgrad und die Wahl zwischen Automatik und Schaltgetriebe im Ermessen des Bildschirm-Piloten. Hat man sich dann noch aus den sechs wild und windschnittig gestylten Modellen seinen fahrbaren Untersatz herausgepickt, wird man von einem Info-Screen mit dem genauen Streckenverlauf und ein paar nützlichen Tips versorgt. Hier findet man auch Beschreibungen der bis zu 13 auf der Fahrbahn liegenden Sammelextras, die nach dem Darüberfahren entweder sofort für vorübergehende Megabeschleunigung, Unverwundbarkeit etc. sorgen oder im Fall von normalen und zielsuchenden Raketen für den passenden Moment aufgespart werden können.

Heißt es endlich "Start frei!", jagt man im Pulk mit den acht Konkurrenten los und schielt dabei stets mit einem Auge auf die eingeblendeten Angaben zu Position, Rundenzeit und -zahl, Geschwindigkeit, Gang, aktiven Extras, dem Zustand der Karosse und den verbliebenen Raketen. Begleitet vom Gegröle des Republikums, auspeitschenden Gitarrenriffs, der hetzenden Stimme des Moderators und dem Dröhnen der Motoren, entspinnt sich nun eine aus der Vogelperspektive gezeigte Jagd auf Geld und Gegner. Neben lukrativen Rundenrekorden, Plazierungs- und Abschußprämien locken nämlich noch diverse Jackpots, etwa für das Pulverisieren von fünf Gegnern per Rakete- mit den richtigen Sammelsymbolen kann der Preis sogar noch verdoppelt werden. Eine vielversprechende Sache ist es auch, wenn man seine Opfer in bestimmten Streckenabschnitten, den sogenannten "Kill Zones", an die mit Metalldornen gespickten Banden drängen kann oder sie miet Hilfe spezieller Boni allein durch Berührung vom Asphalt fegt.

Roadkill An Wegen zum Sieg fehlt es somit nicht, doch während der Feind auch bei brutalster Behandlung nach einer kurzen Erholungspause wieder im Rennen ist, muss der Spieler nach dem Exitus auf eines der drei Continues zurückgreifen. Er sollte bei Beschädigungen also tunlichst rechtzeitig die Box ansteuern bzw. das Fahrzeug durch Überfahren entsprechender Extras wieder auf Vordermann bringen. Hat man ein Szenario, bestehend aus drei immer anspruchsvolleren Strecken, überlebt und ist dabei jeweils zumindest auf dem dritten Platz gelandet, ermöglicht ein Passwort den späteren Wiedereinstieg an dieser Stelle. Die erfolgreichsten Road-Rambos dürfen sich auch in einer Highscoreliste eintragen, die jedoch leider nicht gespeichert wird. Technisch gibt es an Roadkill wenig auszusetzen, denn die schmucken Racer brausen butterweich animiert über soft und parallax scrollende Pisten, deren Design in Sachen Abwechslung keine Wünsche offenläßt: Der Schwierigkeitsgrad steigt langsam, aber sicher von Lauf zu Lauf, und selbst der Easy-Modus fordert bereits den ganzen Killer im Schumi - wer das verdächtig an "Mörtel Kombat" erinnernde "Cannon wins!" mit schöner Regelmäßigkeit zu hören bekommt, darf mit Recht stolz auf sich sein. Auch der übrige Sound aus Metal-Klängen, Effekten und cooler Sprachausgabe trägt viel zur packenden Atmosphäre bei. Die Steuerung mit dem Pad funktioniert tadellos; vor allem "Skidmarks"-gestählte Motorsportler werden die elegant durch die Kurven schlitternden Autos ruckzuck im Griff haben. Außer natürlich nach Kollisionen oder Treffern, die mit einem kurzfristigen Kontrollverlust geahndet werden.

Wenn es für den Hit doch nicht ganz gereicht hat, dann weil ein Zwei-Spieler-Modus fehlt und man sich hier für die verdiente Kohle nichts kaufen kann, was zusammen mit den nicht speicherbaren Highscores etwas auf die Motivation drückt. Eine mordsgaudi ist Roadkill freilich trotzdem, neben dem CD32 übrigens auch auf AGA-Amigas mit CD-ROM. (st)

Amiga Joker, March 1995, p.p.??

ROADKILL
(VISION/ACID SOFTWARE)
ACTION - RASEREI
82%
"BOMBIG"
Amiga Joker
GRAFIK
ANIMATION
MUSIK
SOUND-FX
HANDHABUNG
DAUERSPAß
69%
78%
83%
83%
80%
83%
VARIABEL: 3 STUFEN
PREIS DM 89,-
CD
EINGABEMEDIUM
SPEICHERBAR
DEUTSCH
JOYPAD
LEVELCODES
NEIN