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Wer mit knapp 80 Jahre Verspätung in den ersten Weltkrieg ziehen möchte, hat reichlich Auswahl – kein anderes Szenario ist bei Flugsimulationen derzeit so beliebt! Und der Rote Baron gilt als das anspruchsvollste Fliegeras.

Red Baron Anspruchsvoll gleich in dreierlei Hinsicht: Einmal war Manfred von Richthofen ja tatsächlich ein Perfektionist, dann ist dieser Dynamix-Simulator ein absolutes High-tech Programm, und schließlich stellt es auch entsprechende Anforderungen an die Hardware. Das war bereits bei der PC-Version so, das Game schrie förmlich nach einem flotten 386er. Und auch die Umsetzung schreit, wenn schon nicht nach einem 3000er, dann zumindest einem 2000er samt Turbokarte, Festplatte und viel, viel Fast-RAM! Wer 1MB Speicher und wenigstens zwei Floppies besitzt, kann es zwar auch mit einem ganz normalen 500er versuchen, aber ob er damit glücklich wird? Selbst wenn man bei den Grafikdetails auf die niedrigste Stufe geht, bleiben die Kisten lahme Enten – und hübscher wird die Optik dadurch auch nicht gerade.

Aber gehen wir einfach mal davon aus, daß Ihr nur die allerfeinsten Commodore-teile zuhause habt; dann dürft Ihr Euch auch wunderschöne Vektorgrafik, tolle Zwischenbilder und eine unübertroffene Optionsvielfalt freuen! Weil auf die drei Disks so ziemlich jedes nur vorstellbare Feature zwischen Himmel und Erde gequetscht wurde, seien hier bloß die wichtigsten aufgezählt. Beginnen wir mit dem Realismus: Ladehemmung, Black Outs, limitierte Munitions- und Spritvorräte, funktionsfähige Instrumente, nicht zu vergessen die 28 sehr originalgetreuen Maschinen. Zu den Handlungsmöglichkeiten: Ein Duell mit einem berühmten Fliegeras (z.B. von Richthoffen oder Immelmann) ist ebenso möglich wie Einzelmissionen (Zeppelinjagd, Frontpatrouille, etc.), der Kampf im Geschwader oder eine historische Mission. Und was sich dabei so alles einstellen läßt: Wind, Wolken, Sonnenstand, Flughöhe, Formation und natürlich der Schwierigkeitsgrad!

Man kann wahlweise für die englische oder die deutsche Seite kämpfen, Karriere machen, sich versetzen lassen, Ordnen einheimsen, ja sogar ein „persönliches“ Flugzeug darf man sich zulegen. Es gäbe noch etliches mehr zu erzählen, so gibt es Einsätze zu jeder Tages- und Nachtzeit, einen ausgefeilten Missionsrecorder, und wer sich bewährt, wird auch mal von einem Piloten der Gegenseite zum Vergleichskampf herausgefordert. Dazu kommen eine ordentliche Steuerung über Joystick, Maus und Tastatur sowie Marschmusik plus Effekte und nicht zuletzt zwei schöne, dicke Anleitungen (englisch bzw. deutsch).

Wahrhaftig, hier sind die fliegenden Museumstücke alles andere als museal – bleibt zu hoffen, daß Ihr eine „turbomäßig“ aufgerüstete Freundin besitzt, um die ganze Herrlichkeit auch wirklich genießen zu können. Andernfalls könnte es durchaus passieren, daß Ihr Euch zu Tode wartet bzw. wechselt... (mm)

Amiga Joker, February 1992, p.58

Der Amiga Joker meint:
"Mit der richtigen Hardware ist Red Baron die beste Simulation ihrer Art!"

amiga joker
Red Baron
Grafik: 80%
Sound: 65%
Handhabung: 76%
Spielidee: 82%
Dauerspass: 76%
Preis/Leistung: 78%

Red. Urteil:
Variabel
76%
Preis: ca 89,- dm
Hersteller: Dynamix/Sierra
Genre: Simulation

Spezialität: WICHTIG: Die erste Disk darf nie schreibgeschützt sein! Unsere Bewertung bezieht sich die optimale Konfiguration.