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Quest for glory 2 - Trial by fire logo

Est ist unverkennbar, mit diesem Game will Sierra ins Guiness Buch der Rekorde - und das könnte sogar klappen! Aber nicht etwa, weil das Teil so wahnsinnig gut wäre...

Quest for glory 2 - Trial by fire Nein, die Stärken dieses Adventures findet man eher in der Abteilung "seltsam aber doch merkwürdig". Das geht los mit der verwirrenden Namenspolitik - oder habt Ihr schon mal von einem Spiel namens "Quest for Glory 1" gehört? Wohl kaum, denn der Vorgänger hieß schlicht und ergreifend "Hero's Quest" (nicht zu verwechseln mit "Hero Quest" von Gremlin). Gut, das mag ja noch ganz lustig sein, aber sobald man die Packung öffnet, vergeht einem bald das Lachen: eins, zwei, vier... acht Disketten! Wer soll die alle wechseln, wer hat soviel Zeit? Und man muß die Dinger sehr häufig wechseln, und sie brauchen sehr lange zum Laden, und das geht einem sehr schnell und sehr stark auf die Nerven! Wie Ihr seht, ein echt rekordverdächtiges Game...

Leider ist der tatsächliche Inhalt dieser vielen Disks dann gar nicht mehr so rekordverdächtig, sondern fast schon ein bißchen enttäuschend. Die Handlung knüpft nicht nur nahtlos an den ersten Teil an, die Unterschiede erschöpfen sich im großen und ganzen in einem neuerdings orientalischen Styling. Nach der Eröffnungsprozedur, bei der man entweder einen neuen Helden erschaffen (natürlich wieder wahlweise Kämpfer/Zauberer/Dieb) oder seinen alten importieren kann, findet man sich im fiktiven arabischen Städtchen Shapeir wieder. Dort gibt es Moscheen, Basare, Schlangenbeschwörer – aber keinen Emir Arus Al-Din mehr, denn der ist auf unerklärliche Weise verschwunden. Naja, wer suchet, der findet, und wo wir schon mal einen arbeitslosen Helden da haben...

Quest for glory 2 - Trial by fire Das neue Spielburg heißt also Shapeir, und statt in dunklen Wäldern herumzulatschen, marschiert man jetzt eben durch die Wüste (bzw. reitet mit einem "Saurus" hindurch). Auch sonst wurden ein paar Kleinigkeiten geändert, beispielsweise ist der Schwierigkeitsgrad der Kampfsequenzen jetzt einstellbar, außerdem werden diese Szenen nun aus einer anderem Perspektive gezeigt. Tja, aber damit hat sich es auch schon so ziemlich! Dasselbe Bild bei Grafik und Sound: Dank der acht Disketten gibt es natürlich mehr davon, es wirkt auch alles etwas größer und gewaltiger, aber deswegen nicht unbedingt schöner oder besser (von den Animationen mal abgesehen). Bei alledem ginge die Sierra-typische Steuerung per Maus/Tastatur ja voll in Ordnung, aber für die Disketten-Inflation ist hatl ein hoher Preis zu zahlen – ohne Festplatte ist Quest for Glory II nahezu unspielbar! Sollten die kommenden PC-Konvertierungen genauso aussehen, köntte sich glatt der Alptraum bewahrheiten, der mich seit diesem Test verfolgt: Schreckliche Monster fragen mich unaufhörlich nach Disks ("wo sind Nr. 322 und Nr. 584??!"), und wenn ich sie nicht gleich finde, fressen sie nach und nach meine ganze Savestände. Brrrrr! (mm)

Amiga Joker, September 1991, p.61

Amiga Joker
Quest for Glory II
Grafik: 75%
Sound: 62%
Handhabung: 41%
Spielidee: 62%
Dauerspass: 66%
Preis/Leistung: 55%

Red. Urteil: 64%
Für Fortgeschrittene
Preis: ca. 129,- DM
Hersteller: Sierra
Genre: Abenteuer

Spezialität: 1MB erforderlich, englische Anleitung. In der Packung findet man eine schön gemachte Karte, aber leider keine Festplatte...