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Das Wirtschaftswunder

Der Patrizier logo

Es ist nicht so lange her, da war Holger Flöttmann noch Geschäftsführer bei Thalion, dann gründete er Ascon, seine eigene Spielefabrik. Und gleich die erste Eigenproduktion ist ein Hammer - so und nicht anders muß eine Handelssimulation aussehen!

Der Patrizier Angesiedelt ist das Game zur Blütezeit der Hanse, in jenen Tage also, als der Kaufmann noch ein echter Abenteurer war: Berührungsängste mit Piraten waren da fehl am Platz, alle Welt war bestechlich, und nur wer etwas wagte, konnte den Weg nach oben schaffen! Der Weg des Testers beginnt ganz bescheiden mit dem grundsätzlichen Konzept...

Bis zu vier Mitspieler übernehmen die Rolle von Kaufleuten, deren oberstes Ziel darin besteht, es eines Tages zum „Ältermann“ der Hanse (quasi der Vereinszvorsitzende) zu bringen. Bis dahin vertreiben sie sich die Zeit mit Handel & Wandel sowie dem Streben nach dem Bürgermeisterposten ihres Städtchens. Insgesamt gibt es 17 Ortschaften, stramme acht davon zählen zum erlauchten Kreis der Hansestädte, und (nur) in diesen darf man sein Domizil errichten. In den größeren bzw. reicheren wie Hamburg und Bremen bekommt man es mit mehr menschlicher und/oder digitaler Konkurrenz zu tun, daher sind die Startbedingungen hier anders als in den kleineren wie Riga oder Visby. Sobald der Niederlassungsort, das Familienwappen, Name, Geschlecht etc. feststehen, geht’s fein säuberlich nach Runden geordnet ans dicke Geldscheffeln, entweder im Übungsmodus oder gleich richtig.

Wer ab jetzt immer bloß nach der Gewinnspanne lugt, mach bald mit den recht gewieften Programmroutine Bekanntschaft: So läßt sich zwar mit Luxusgütern wie etwa feinen Tuchwaren sehr viel Geld verdienen, aber irgendwann ist der Markt gesättigt, die Lager sind voll – und der Handelsherr geht pleite. Das Spiel berücksichtigt also die unerbittlichen Gesetze der freien Marktwirtschaft, und der Spieler sollte das ebenfalls tun. Außerdem werden die (wahlberechtigten!) Bürger sauer, wenn man sie mit Samt und Seide zuschüttet, aber Getreide- und Salzhandel darniederliegen. Hohes Ansehen hat aber noch keinem geschadet, und wer öfters mal eine Spende abdrückt oder Straßenfeten schmeißt, muß einfach ein guter Mensch sein! Dabei wird sogar zwischen christlichen Festen unterschieden, die eher der Obrigkeit gefallen, und richtig wilden, bei denen der „Pöbel“ tobt. Auch darf man bei der Organisation nicht vergessen, die nötigen Eß- und Trinkwaren in ausreichender Menge zu beschaffen, sonst wird die Geschichte ein Flop!

Der Patrizier Dasselbe gilt für alle anderen Bereiche, etwa den Schiffsbau: Sämtliche Materialien müssen besorgt werden, später darf man sich dann um Mannschaft, Aufträge und Reparaturen kümmern. Aber bevor wir uns jetzt in lauter Einzelheiten verzetteln, lieber noch ein paar Worte zum prinzipiellen Aufbau: Das Hauptmenü in den Ortschaften (gereist wird auf einer scrollenden Karte) besteht aus einer Stadtsilhouette mit anklickbaren Gebäuden. So stellt die Werft logischerweise die Werft dar, das Kontor enthält die Geschäftsbücher, im darüberliegenden Lager findet man seine Warenbestände aufgelistet, und in der Kneipe lungern arbeitslose Seeleute und Piraten herum. Die Freibeuter lassen sich auch prima für die eigenen Zwecke einspannen, sollte die Öffentlichkeit davon jedoch Wind bekommen, ist das nicht gerade zuträglich für das politische Image. Desweiteren gibt es das Gilde-Haus (Schiffchen verkaufen, Handel treiben etc. etc.), Waffenschmieden, die mit fortschreitender Spieldauer immer modernere Kriegsgeräte feilbieten, und den Geldverleiher, der einem je nach Ansehen unterschiedliche Zinssätze auf Auge drückt – aber vielleicht wollt Ihr Euch auch mal selbst in diesem einträglichen Job versuchen?

Amiga Joker Hit Soweit zum rein wirtschaftlichen Teil; wenn man durch einen kleinen Durchgang zum Marktplatz schreitet, betritt man damit gewissermaßen die Bühne des gesellschaftlichen und politischen Lebens. Volksbefragungen über die eigene Popularität, Besuche im Badehose (heute würde man wohl eher Bordell sagen...) zum Ratsherrn-Bestechen, all das und noch viel mehr findet hier statt. Nichtzuletzt das Rathaus wird man wohl des öfteren aufsuchen, denn das ist der Ort, wo Politik gemach wird – vor allem der Flottenaufbau und die Bekämpfung von Feinden, wie Piraten oder Waldemar den Dänenkönig sind hier die ganz heißen Eisen. Was gibt’s noch? Unheimlich viel! Man darf heiraten, bekommt es mit der Pest und Feuersbrünsten zu tun, kann an Versteigerungen und muß gelegentlich an Gerichtsverhandlungen teilnehmen. Ja, wird eins der eigenen Schiffe angegriffen, darf man sogar in einer kleinen Action-Sequenz selbst die Kanonen bedienen. Hin und wieder begegnet man auch Madonna und Didi Hallervorden. Nein, das war kein Witz, einige der auftretenden Personen haben tatsächlich eine verblüffende Ähnlichkeit mit bekannten Medienstars.

Abgesehen von derlei komischen Einlagen beeindruckt Der Patrizier durch seine liebevolle Hingabe zu historisch verbürgten Details und die Komplexität des Gameplays; wir haben es hier tatsächlich mit einer ausgefuchsten Mischung aus Handels-, Polit- und Sozio-Simulation zu tun. Nicht zu vergessen die absolut neuzeitliche Präsentation mit stimmungsvoller Musik, Möwengekreish, Stimmengemurmel und den prachtvoll gezeichneten und zum Teil animierten Grafiken. Beispielsweise sieht jede einzelne der 17 Städte ein bißchen anders aus, und die Datenblätter der diversen Schiffsmodelle sind wirklich ein optischer Genuß. Über die Maussteuerung läßt sich nicht viel sagen, sie klappt halt problemlos. Kurz und gut, hier stimmen nicht nur Konto und Kontore – diese Scheibe ist ein Hit! (C. Borgmeier)

Amiga Joker, July 1992, p.p.??

Der Amiga Joker meint:
"Der Patrizier - eine wahrhaft fürstliche Handelssimulation!"

amiga joker
Der Patrizier
Grafik: 81%
Sound: 78%
Handhabung: 83%
Spielidee: 81%
Dauerspass: 87%
Preis/Leistung: 83%

Red. Urteil:
Variabel
85%
Preis: ca 99,- dm
Hersteller: Ascon
Genre: Simulation

Spezialität: 1 MB erforderlich, zwei Disks, Zweitlaufwerk wird unterstützt, HD-Installation möglich, zehn Spielstände speicherbar. Komplett in deutsch, vorbildliches Handbuch.



The Patrician logo  CU Amiga Screen Star

A life on the ocean waves, buying low, selling high and climbing the ranks of power. It's all in a day's work for Tony Dillon.

The Patrician The Patrician has to be the Europe-wide surprise hit of 1993. This game has dominated the German charts for longer than anyone can remember, and judging by the response Daze Marketing have received after last month's exclusive playable demo (featured on CU Amiga Coverdisk 61, July 1993), it's set to repeat that same success in the UK. Who would have thought that a strategic trading game would have done so well?

LECTURE TIME
Just in case you aren't familiar with this particular phase of history, The Patrician is set at a time of great change in Europe. The Renaissance is on its way, and all over this great continent traders are calling for some kind of agreement – a union almost – to ensure the safety and livelihood of those who carry cargo from port to port. It's at times such as this that great ideas are born, and in this period the Hanseatic league was created. In essence it worked as the predecessor to the European community. Mayors from the main towns would oversee the running of their ports and would answer in turn to the Alderman of the league, otherwise known as The Patrician.

If you didn't play the demo, you might be wondering what your role in all of this is. In short, you are a simple trader with designs on fame and fortune – well, fortune anyway.
Starting the game with a single boat and 200 Thaler to your name, you have to complete a number of tasks. Firstly, you have to become incredibly wealthy through shrewd and cunning dealing. Secondly, you need to get married. Thirdly, you must rise in public opinion to the point where you are elected Mayor of your home town. Finally you must rise even further and become The Patrician him/herself. And once you've reached the top, you'll probably find that it isn't too easy to stay there.

The first thing you'll need to come to grips with, however, is money. Thaler, the currency of the league, isn't the easiest thing to get your hands on. The safest way to get it is to trade, and with around 40 commodities to barter with, some solid logic is needed. The position of the port and the time of year both play strong parts in the pricing of goods. Corn in summertime is plentiful in most ports, and therefore very cheap indeed. So, buying a large amount and then waiting until winter, when supplies are low, will guarantee you a good return on your investment. People will always pay high prices for spices and pepper, so when the spice ship arrives, you'd better get down to its port of call as quick as you can. Get there first and you're guaranteed a small fortune.

SPARE SOME CHANGE?
The Patrician What if you can't get the money together to make the investment? Then it's time to borrow. At the time, though, the banks were run by the church, and borrowing money was seen to be a great sin.
So, the only way that you can possibly borrow any cash is to seek a private investor who, at the start anyway, will only offer you small amounts of money over very short periods of time and at over 40 percent interest. Don't worry, though. Things do get better.

This is the part of the game where you begin to learn about power. There are two types to wield, and to get anywhere in this game you'll need to have both. There's political power and there's people power.
People power is that small factor that counts the number of people who will vote for you in elections. Gain the trust of the people, and you can start to attain political power. Once you have both, things get a little easier for a while. For a start, wealthier businessmen will want to deal with you, offering you larger and larger sums of money, over much longer periods for much less interest. Now you'll begin to see the whole game intertwines with itself to create one of the most realistic and thought provoking strategy titles yet seen on the Amiga.

ILLEGAL MOVES
Of course, all that power does have its downside and, Like I said, borrowing money is illegal. So is bribing a council official to give you a leg up the ladder, or leak important information to you. In fact, this game lets you do a hell of a lot that isn't actually allowed. This is purely to drop you in it later in the game. Picture the scene. There you are. Mayor of your own town and adored by your citizens. All of a sudden you receive a letter from a trader who has never reached your lofty heights, threatening to expose all concerning you and certain borrowings that happened early on in your career unless you pay a lump sum each month into a Swiss bank account. Do you try to call their bluff or do you pay? The tension ups yet another notch.

TOP DESIGN
You can no doubt tell what a superbly designed game this is, and so it should be after 18 months of hard work. What's really nice is that the same attention to detail and perfection has been carried over into the presentation. You can see from the screenshots on these pages what a gorgeous looking game it is, but they can't tell you how well it plays. Controlled entirely from the mouse, The Patrician uses a combination of static screens and control panels to handle everything from having a bath to borrowing beyond your means. If you want to go to your office from the town square, you click on the window to enter. If you want to leave again, you click with the right mouse button.

And that's really all there is to it - there are no messy menus, no masses of key control. This is a game that leaves your concentration alone. You can focus on your next move without reading through the manual to find out which key to do it with

INVOLVEMENT
This has to be the single most involving strategy game since Elite. There's just so much to do that you could never play the same game twice, and seeing it pay off merits the purchase by itself. Unbelievably good stuff.

CU Amiga, August 1993, p.p.76-77

A1200 VERSION
At the moment, The Patrician is compatible with all Amigas. In the near future, however, an A1200 only version will appear with all the 256-colour images of the stunning looking PC version. The game will remain exactly the same in all other respects.

I DO
It might seem like a small thing, but marriage is something taken very seriously by the people in Europe. Basically, there's no way that they will elect a mayor who has never married, so one of the things you should keep a constant look out for is a companion for life. The way to find one is, when the time feels right for you, to hire a marriage broker.
Generally they will offer you two types of partner./ The first will always be a Marilyn Monroe/Clark Gable lookalike, with little money but bags of appeal. Or, you can wait for an aging widow with pots of cash and little life left. Which should you choose? I don't know, just how mercenary are you feeling?

ACTION STATIONS!
It's not all thinking, you know. Pirates were rife at the time, and that's not too surprising when you consider how much cargo was passing between the towns. As a result, one of the first things you'll need to spend money on are some decent armor for your ship. After all, you never know when a pirate is likely to strike, but when they do, it's bloody. What you have is a full arcade sequence, controlled by the mouse, in which you have to load, aim and fire cannons at the approaching ship before they can do the same to you.
Thankfully it doesn't happen too often. You can switch off the arcade sequences and leave the end result for the computer to work out, but it can be a nice break from all that thinking!

ASCON £29.99
A500
A1500
A500+
A2000
A600
A3000
A1200
A4000
DAZE MARKETING, 2 CANFIELD PLACE, LONDON NW6 3BT. TEL: 071 328 2757
 
RELEASE DATE:
GENRE:
TEAM:
CONTROLS:
NUMBER OF DISKS:
NUMBER OF PLAYERS:
HARD DISK INSTALLABLE:
MEMORY:
 
AUGUST
STRATEGY
ASCON
MOUSE
3
4
YES
1Mb

 
GRAPHICS
SOUND
LASTABILITY
PLAYABILITY

92%
81%
94%
90%
An almost perfect game. Strategy the way it should be done.
OVERALL: 91%