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Stadt, Land, Fluss

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In der nunmehr dritten Auflage des Arcade-Klassikers ist aus dem beschaulichen Ferrai-Ausritt eine wilde Hetzjagd quer durch Europa geworden - der rote Flitzer wurde nämlich gemopst, aber wir sind dem Dieb dicht auf den Fersen!

Out Run Europa Wer sich an das Game aus der Spielhalle nicht erinnern kann, braucht keine Knoblauchpillen: Out Run Europa ist eine Eigenproduckion von U.S. Gold. Eigentlich sollte der Startschuss bereits vor zwei Jahren fallen, aber dann kam Segas Automat "Turbo Out Run" dazwischen. Die Lizenz wollte man sich nicht entgehen lassen, also landete die Europarundreise vorläufig in der Schublade.

Jetzt haben sie die Programmierer wieder rausgekramt, ein bisschen aufpoliert und eine kleine Story drumherum gestrickt: Simon Kurtz ist zwar Top-Agent der Abteilung sechs aber seinen Ferrari F40 hat er sich trotzdem klauen lassen. Zum Glück befindet sich ein Peilsender im Wagen und ein vereinsamtes Motorrad vor der Tür - das klaut er nun seinerseits und nimmt die Verfolgung auf. Die wilde Jagd führt durch sieben sehr unterschiedliche Level, mal zu Lande, mal zu Wasser. Gestartet wird in England, wo Cabbies, Strassenrowdies und verhaftungswütige Polizisten den flotten Byker behindern. Wie gehabt kostet jede Kollision Zeit, wer das Etappenziel nicht im Limit erreicht, muss eines der drei Continues in Anspruch nehmen. Fünfmal darf der Booster zugeschaltet werden, es sei denn, man hätte ein paar der herumliegenden Turbo-Kanister (was immer das sein mag...) aufgesammelt, dann kann die Beschleunigungsorgie natürlich entsprechend öfter stattfinden.

Auch ein paar Waffen haben fürsorgliche Gamedesigner auf der Strasse vergessen, brauchen kann man sie allerdings erst bei der Überquerung des Armelkanals. Hier geht es auf einem Wetbike weiter, wobei sich Segelboote und Leuchttürme in der Weg stellen - t den zuvor aufgeklaubten Raketen läßt sich das eine oder andere Hindernis elegant beseitigen. Turbolader hat so ein Waterbike natürlich keinen, dafür sorgen im Wasser dümpelnde Tonnen mit Atommüll für Zusatz-Speed (Greenpeace dürfte von diesem Ideenreichtum begeistert sein...). Frankreich und Spanien werden dann im Porsche Turbo durchbraust, das Mittelmeer per Motorboot durchquert, bis man in Italien schließlich wieder in seinem geliebten F40 sitzt, um fürs Finale in Deutschland gerüstet zu sein.

Grafisch präsentiert sich Out Run Europa zwar nicht ganz so bunt wie seine Vorgänger, dafür um vieles detail- und abwechslungsreicher. Die 3D-Landschaften zoomen in einem Höllentempo heran, die (abschaltbaren) FX sind leidlich, die Musiken aufpeitschend - ja, hier kommt echtes Arcade-Feeling auf! Da die Sticksteuerung keinen Grund zur Klage gibt und die Nachladezeiten sich trotz der animierten Zwischensequenzen in erträglichen Grenzen halten, macht es auch (fast) nix, daß diesmal auf eine Schaltung komplett verzichtet wurde. Out Run Europa ist ein sicherer Tip für jeder Arcade Racer! (rl/ml)

Amiga Joker, November 1991, p.10

Der Amiga Joker meint:
Out Run Europa macht das Wohnzimmer zur Spielhalle!

Amiga Joker
Out Run Europa
Grafik: 81%
Sound: 76%
Handhabung: 72%
Spielidee: 50%
Dauerspass: 72%
Preis/Leistung: 72%

Red. Urteil: 74%
Für Fortgeschrittene
Preis: ca. 89,- DM
Hersteller: U.S. Gold
Genre: Action

Spezialität: Zwei Disks, es gibt Pause- und Escape-Funktion sowie einen Poster, aber keine speicherbaren Highscores.