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Mortal kombat 2 logo

A cclaims Neue Todeskämpfer starteten am Amiga quasi einen echten Überraschungsangriff, kam die Konvertierung des Arcade-Bestsellers doch ohne das sonst übliche Werbegetrommel angeschlichen – mit gutem Grund...

Mortal kombat 2 Weil der Vorgänger bereits auf dem Index steht, wollte man bei der BPS wohl keine schlafende Hunde wecken – oder zumindest einen Vorsprung an der Verkaufsfront haben, ehe auch der mortale Nachfolger aus dem Verkehr gezogen wird. Und das kann leicht passieren, fließt hier das Blut doch gänzlich ungeniert, während der Vorkämpfer den roten lebenssaft bei vielen Versionen noch in einem geheimen „Blood-Mode“ versteckte. Die hier so offen zur Schau gestellte Brutalität bleibt denn auch Geschmackssache, das Gameplay ist jedoch mindestens so gut, wie die Vorgeschichte ungewöhnlich ist:

Auf einer fernen Parallelwelt, der sogenannten „Outworld“, schwingt der niederträchtige Shao Khan das Zepter. Und weil ein Widerling auch widerliche Freunde hat, zählen mit Reptile und Shang Tshung die beiden Endgegners des Vorgängers zu seinen Kumpanen. Ihnen zu Ehren wird nun ein Turnier abgehalten, an dem sich noch zehn weitere Kampfhähne beteiligen; sie alle warten am Optionsscreen auf menschliche Solokämpen oder Duellarten. Der Schlagabtausch geht dann wie gewohnt über maximal drei Runden, wobei der Zufall über den Austragungsort entscheidet – die Fighter gehen sich in Wolkenschlössern, Waffengießereien, Dimensionstoren, Kerkern und Grüselwäldern an die Gurgel. Der Höhepunkt der Veranstaltung sind dann die Kämpfe gegen den vielarmigen Kintaro (ein Verwandter des pensionierten Goro) und natürlich Shao Khan höchstpersönlich.

Mortal kombat 2 Altgediente Amiga-Haufdraufs finden eine ausgewogene Mixtur aus bereits bekannten und brandneuen Sparringspartnern, denn von den sieben Recken des Originals haben es fünf auf die Outworld geschafft – eigentlich sogar alle, bloß harren Kano und Sonya in Ketten auf ihre Befreiung am Spielende. Wenn das nicht Ansporn genug ist, dem sei gesagt, daß auch die importierten Schlagetots allesamt mit neuem Outfit und einer Kollektion frischer Special-Moves ausgerüstet in den Ring klettern. So zeigt Liu Kang nun einen spektakulären Bicycle-Kick, Johnny Cage tritt sein Gegenüber mit Vorliebe in die Weichteile, und Sub-Zero vermag den Boden zu gefrieren, auf daß ihm sein Gegner direkt in die wirbelnden Fäuste rutsche. Klar wie Blutsuppe, daß die fünf neu dazugekommenen Kämpfer mit vergleichbaren Spezialitäten aufwarten. Die beiden Teufelsweiber Kitana und Milecna setzten sich mit einem Fächer bzw. Sai-Dolch zur Wehr, der Wrestler Jax ist nie ohne Kampfsichel anzutreffen. Kung Lao mißbraucht seinen Hut als messerscharfes Frisbee, und der Mutant Baraka verwandelt die Kampfarena dank Armklingen in eine Schlachtbank. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn schon bei stinknormalen Rundumkicks oder Turbo-Tritten spritzt hier das Blut, und nach Anwendung der altbekannten Fatality-Moves (welche durch relative komplexe Joystick-Akrobatik ausgelöst werden) verliert der Feind schon mal ein paar Gliedmaßen, wird aufgespießt oder im Säuretümpel verkocht. Das genaue Gegenteil passiert bei den brandneuen Friendship- und Babality-Moves: Hier kriegt der Unterlegene zum Trost Torten und Blumen oder wird gar in ein Baby verwandelt.

Mortal kombat 2 Natürlich bezieht das Spiel seinen Reiz gerade aus dieser faszinierenden Vielzahl von verschiedenen Schlag- und Trittkombinationen, die anfangs gar nicht einfach herauszuknobeln und noch viel schwerer zu beherrschen sind. Der Könner wird also bis zum Letzten motiviert, der Jungprügler hingegen fast schon ein wenig überfordert: Dank des turboschnellen Gameplays sind sämtliche Computergegner selbst im einfachsten Schwierigkeitsgrad nur mit Mühe zu überwinden. Andererseits ist die schlichtweg genial gelöste Steuerung stets von großer Hilfe, und wenn alle Arme reißen, gibt es ja noch bis zu 30 Continues. Ebenfalls sehr motivationssteigernd wirken sich die vielen Gimmicks aus, denn wenn Zuseher aus der Kulisse blinzeln, man einen der Geheimcharaktere oder gar das komplette Geheimszenario entdeckt, bleibt kaum ein Kämpferauge trocken.

Amiga Joker Hit Feuchte Augen garantieren aber bereits die stilvoll düsteren Hintergrund-Szenarien, vor denen sich die zunächst gefilmten und dann digitalisierten Akteure hier anfallen. Deren Animation ist zwar gewiß sehenswert, erreicht jedoch, genau wie das generelle Handling, nicht ganz die Klasse der aktuellen Blechkumpel aus „Rise of the Robots“. Die drei Disketten von Mortal Kombat II müssen nämlich selbst mit einem Zweitlaufwerk des öfteren gewechselt werden, und eine HD-Installation hat Acclaim bzw. das Programmierteam von Probe leider gar nicht erst vorgesehen – was angesichts der nicht eben kurzen Ladezeiten schon ärgerlich ist. Beim Sound (viel Musik, viele Effekte und nicht weniger Sprachausgabe) können sich die beiden Programme indessen wenig anhaben, der ist hier wie dort ganz ausgezeichnet.

Mag Mortal Kombat II also auch nicht so schick aussehen wie Mirages Roboteraufstand, so macht es diesen Nachteil mit durchschlagender Spielbarkeit doch locker wieder wett. Das Fazit kann daher gar nicht anders lauten als: Zuschlagen, bevor die BPS es tut! Auch wenn dieser Spruch zugegebenermaßen schon einen Bart von hier bis Asien hat... (rl)

Amiga Joker, January 1995, p.p.16-17

MORTAL KOMBAT II
(ACCLAIM)
PRÜGEL-ACTION
91%
"BLUTAL"
Amiga Joker
GRAFIK
ANIMATION
MUSIK
SOUND-FX
HANDHABUNG
DAUERSPAß
83%
86%
82%
84%
88%
94%
VARIABEL: 5 STUFEN
PREIS DM 79,-
SPEICHERBEDARF
DISKS/ZWEITFLOPPY
HD-INSTALLATION
SPEICHERBAR
DEUTSCH
1 MB
3/JA
NEIN
NEIN
ANLEITUNG