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ST-User haben ja schon etwas länger das Vergnügen mit den streitsüchtigen Stahlkolossen – jetzt wird der Kampf der Roboter auch auf unserer „Freundin“ ausgetragen. Wie deren sensible Schaltkreise wohl auf die ungehobelten Blechrüpel reagieren?

Metal masters Früher oder später mußte es ja so kommen: Nach all den kreischenden Karatekas, keulenschwingenden Barbaren und sonstigen Nahkampf-Fuzzies dürfen sich nun stählerne Killerroboter gegenseitig die Dioden aus dem blechernen Leib reißen. Der Held als Bausatz: praktisch, unempfindlich (ein Robbi kennt keinen Schmerz!) und vor allem unheimlich ausdauernd – hier wird wirklich gekämpft, bis der Abschleppwagen kommt!

Aus der Idee wäre also sicher einiges herauszuholen gewesen, und Infogrames V2A-Titanen bieten ja auch ein paar gute Ansätze: Man kann sich wahlweise mit einem Computer-Fighter oder einem menschlichen Freund prügeln, wobei die amigagesteuerten Gegner eine beachtliche Vielfalt an Farben, Formen, Ausrüstung und Kampfmethoden aufweisen. Auch das eigene Kämpferlein läßt sich ganz individuell zusammenstellen, vorausgesetzt, es hat sich erfolgreich geschlagen. Dann darf man nämlich die sauer verdiente Siegprämie zum digitalen Altmetallhändler tragen, um seinem Kruppstahl-Baby ein paar chice neue Körperteile und/oder Waffen zu kaufen.

Die Klopperei selbst findet in Arenen statt, die jeweils eine Ebene weit in die Tiefen begangen werden können. Gesteuert wird die Materialschlacht mit dem Joystick, für Daumenschwache gibt es sogar einen Automatikmodus, in dem der Computer die Kontrolle der Killermaschinen übernimmt. Im Nahkampf geht es mit stählernen Fäusten zur Sache, zur Überwindung größerer Distanzen werden Silvesterraketen und Laserkanonen benutzt. Und sonst? Man kann die Kämpfe abbrechen oder verlängern, in einzelnen Zwischensequenzen dürfen zur Abwechslung auch mal (recht kümmerlich wirkende) Hubschrauber- und Panzerverbände in Schrotte verwandelt werden. Achja, die Kampfmaschinen lassen sich auch auf Disk absaven – das war’s.

Grafik und Animationen sind durchaus okay, wenn die Jungs aufeinander losgehen, fliegen die Fetzen. Beim Sound werden eine ziemlich mäßige Blechmusik, dafür aber ganz ausgezeichnete Techno-Geräusche geboten. Das Spiel krankt jedoch an seiner mißratenen Handhabung und dem nur halbherzig durchgezogenen Konzept: Die Steuerung ist (besnders in den Auswahlscreens) furchtbar ungenau, rätselhafterweise muß der Joystick für Solo-Fights am Mausport angeschlossen werden, dazu steigt das Programm gelegentlich ganz einfach aus. Außerdem ist das Kampfgeschehen auf die Dauer eher lasch, es fehlt ihm eindeutig an Action und Thrill – ein paar Rollenspielelemente und ein ausgetüftelterer Heldenbaukasten hätten hier wahre Wunder gewirkt.

Metal Masters ist also nur auf den ersten Blick beeindruckend – wer genauer hinsieht, muß feststellen, daß die Kampfroboter unterm Lack doch ganz schön rosten! (mm)

Amiga Joker, July 1991, p.?

Amiga Joker
Metal Masters
Grafik: 74%
Sound: 72%
Handhabung: 36%
Spielidee: 67%
Dauerspaß: 52%
Preis/Leistung: 49%

Red. Urteil: 55%
Für Fortgeschrittene
Preis: ca. 84,- DM
Hersteller: Infogrames
Genre: Action

Spezialität: Zwei Disks, Zweitlaufwerk wird nicht unterstützt. Kein Kopierschutz, Codeabfrage, unergiebige deutsche Anleitung. Spiel und Intro können getrennt gebootet werden!