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Marvin's Marvellous Adventure Logo  CD32

Nicht überall, wo Adventure draufsteht, ist auch ein Abenteuer der alten Schule drin: Bei 21st Centurys Knuddelhelden ist eher eine besondere Sprunghaftigkeit gefragt...

Marvin's Marvellous Adventure Marvin's Marvellous Adventure A uf den ersten Hüpfer erinnert das Gameplay frappierend an Jump & Run-Oldies aus seligen 64er-Tagen, doch einige Proberunden später macht sich Suchtgefahr wie bei Nintendos Superstar "Mario" breit. Ihre nahe Genre-Verwandtschaft können die beiden Italo-Helden angesichts der auch hier knallig bunten Bonbon-Optik (mit zahlreichen Krümelsprites darin) eh nicht leugnen, erst beim Beruf scheiden sich die Geister: Während der Nintendo-Schnauzbart ja angeblich Klempner ist, hat Marvin sein Herz an die Pizzaherstellung verloren. Deshalb darf er nun auch einen dieser Teigfladen ausliefern, wobei der hungrige Kunde am Ende von sechs horizontal scrollenden Welten zu je zehn Levels wohnt.

Dies verschafft dem rasenden Pizzaboten genügend Gelegenheiten, am Wegesrand noch schnell ein paar Tomaten und Zwiebeln aufzukleben - und sich dabei allerlei Ameisen, Schaben etc. zu erwehren. Letzteres geschieht in der gastronomischen Praxis durch einen bzw. mehrere Hüpfer auf den Kopf oder das Werfen mit den begrenzt vorhandenen Sammelobjekten; also ungefähr genau so wie bei der Konkurrenz. Abwechslung kommt in Marvins Plattformwelt vor allem auf, wenn Abgründe durch millimetergenau abgepaßte Sprünge zu überwinden sind, dann sorgt plötzlich ein gutes Dutzend anschwirrender Insekten für Hektik, und im nächsten Moment findet man sich vielleicht auf einem der vielen versteckten Bonusscreens wieder.

Marvin's Marvellous Adventure Netterweise waren die Designer auch bei den Beilagen nicht geizig, an kleinen Fein- und Gemeinheiten herrscht somit kein Mangel: Da bilden mal bröselnde Felsen eine unsichere Brücke über tiefe Schluchten, Kanonen katapultieren den Helden in ungeahnte Höhen, nach hinten wegkippende Plattformen bauen sich ein Stück weiter neu auf, und extrahaltige Steinblöcke revanchieren sich fürs Anrempeln mit diversen Bonusfrüchten oder gar "Begleitssatelliten", die sich selbständig auf böse Gegner stürzen. Und selbst wenn im (stets fairen) Gameplay gerade ein ruhigere Phase angesagt ist, herrscht immer noch Bewegung am Screen. So kräuseln sich die Wellen auf dem Wasser, ein Specht spechtet am Baum, und die mit Rücksetzpunkten versehene Landschaft scrollt währenddessen flott und flüssig in drei Parallax-Ebenen dahin.

Marvin's Marvellous Adventure Die farbenprächtige Optik ist sowieso das Wunderbarste an Marvins Abenteuern; die reichlich enthaltenen Sprites glänzen zwar nicht durch enorme Größe, aber durch wohlgefällige Animationen. Dazu gibt es knallige CD-Musik, die passenden Sound-FX und ein äußerst flexible Steuerung, die saubere Salti ebenso ermöglicht wie das seitliche Festkrallen an Plattformen. Einzig seine fehlende Eigenständigkeit vermasselt Marvin daher den Sprung in die Platform-Oberliga, aber wer sich daran nicht stört, darf hier (oder bei der kommenden A1200-Fassung) unbesorgt zugreifen. (rl)

Amiga Joker, December 1994, p.75

MARVIN'S MARVELLOUS ADVENTURE
(21ST CENTURY)
PLATFORM - ACTION

75%

"MEGA-GUT"
Amiga Joker
GRAFIK
ANIMATION
MUSIK
SOUND-FX
HANDHABUNG
DAUERSPASS
78%
78%
76%
74%
80%
74%
FÜR FORTGESCHRITTENE
PREIS DM 89,-
CD
EINGABEMEDIUM
SPEICHERBAR
DEUTSCH
JOYPAD
NEIN
ANLEITUNG