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In den fernen USA, dem Land der unbegrenzten Adventure-Möglichkeiten, schickt sich eine kleinere Company an, es den Giganten Sierra und Lucasfilm gleichzutun. Ein weiter Weg, ein großes Ziel – werden teutonische Recken das neue Übersee-Abenteuer zu schätzen wissen?

Adventures of Maddog Williams Wahrscheinlich nicht, und das mit gutem Grund. Bereits die konfuse Story läßt erahnen, daß das Game womöglich zu lange unterwegs war und nun an Reisekrankheit leidet: Ein Dämonenpriester hat den friedlichen König Serak umgepolt (nicht was Ihr jetzt denkt!), fortan terrorisiert er sein Fantasy-Reich mit Menschenopfern und ähnlichen Gemeinheiten. Ein gewisser Robert Thaylor schnappt sich daher den König, sperrt ihn ein und übernimmt die Macht in Duridian. Thaylor, wiederum verschwindet einen Tages ebenso von der Bildfläche wie seine hübsche Tochter Lenria. Angeblich ist der zwischenzeitlich flüchtige Ex-Monarch darin verwickelt, aber nix Genaues weiß man nicht. Also macht sich der Erfinder Maddog Williams auf, um die beiden Kidnapping-Opfern zu befreien und gegebenenfalls den fiesen König unschädlich zu machen...

Am Screen entwickelt sich das verwickelte Drama ganz im Stil der frühen Sierras: Der Held wird über die Cursortasten oder den Joystick gesteuert, seine Befehle empfängt er via Tastatur. Hin und wieder kommt es zu eher harmlosen Auseinandersetzungen, bei denen sich Maddog mit dem Schwert oder anderen Waffen zur Wehr setzten muß, während ein Energiebalken seine momentane Befindlichkeit kundtut. Aber auch friedliche Kommunikationmit den zahlreichen Bewohnern des Königreichs steht an, hier ist der Spieler auf seine Fantasie und Englischkenntnisse angewiesen; Hilfestellung vom Programm darf man nicht erwarten. Was man hingegen erwarten darf, ist so das Übliche: Hier einen Gegenstand aufklauben, ihn dort einsetzen, und sich gegen bare Münze bessere Ausrüstung zusammenkaufen. Damit man unterwegs nicht verlorengeht, liegt eine Landkarte bei.

Adventures of Maddog Williams Bisher klingt das zwar alles wenig originell, aber auch nicht richtig schlecht. Bloß die technische Ausführung, oweh! So nimmt die Grafik zwar gut zwei Drittel des Screens ein, ist aber ebenso farb- wie detailarm und macht überhaupt einen recht antiquierten Eindruck. Auch der Schlummer-Sound gehört mehr zur Kategorie „Motivationskiller“ als daß er rechte Abenteuer-Stimmung aufkommen ließe, ist aber immerhin abschaltbar. Weitaus ärgerlicher ist das ständig Nachladen von Diskette, sobald der Held ins nächste Bild läuft. Wer weder Festplatte noch Zweitlaufwerk besitzt, sollte also zumindest etwas für häufige Kaffeepäuschen übrig haben!

Mit einem Wort, der „verrückte Hund“ ist mehr ein alter, zäher Hund. Den Programmierern seien ein paar Nachhilfestunden bei ihren amerikanischen Kollegen dringend ans Herz gelegt – immerhin drohen sie uns durch den Untertitel „Volume I“ weitere Adventures gleicher Machart an. Aber wir lassen uns nicht einschüchtern: Es gibt viel zu tun, legen wir es vorerst weg... (pb)

Amiga Joker, April 1992, p.96

Amiga Joker
The Adventures of Maddog Williams
Grafik: 48%
Sound: 29%
Handhabung: 41%
Spielidee: 52%
Dauerspaß: 46%

Red. Urteil: 44%
Variabel
Preis: noch offen
Hersteller: Iliad/Game Crafters
Genre: Abenteuer

Spezialität: 5 Disks, Handbuchabfrage. Es gibt drei Schwierigkeitsgrade, Spielstände sind natürlich speicherbar.