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Lin Wu's challenge logo

Eine echte Holzbox samt einem fast echten Pergament als Anleitung - so schickt die neue Softwareschmiede LaserSoft ihre "Shanghai"-Variante ins Rennen. Die edle Aufmachung ist kein leeres Versprechen: Die Jungs aus Hamburg haben ein exquisites Tüftelspiel zusammengebastelt!

Lin Wu's challenge Anders als bei "Shanghai" sind hier von Anfang an alle Steine zu sehen, abgeräumt wird wieder paarweise. Wegnehmen kann man nur zwei gleiche Steine, wenn sie sich mit einer (gedachten) Linie verbinden lassen, die maximal zwei Ecken hat (sprich zweimal abgeknickt). Nur wer vorausplant, gerät nicht in Gefahr sich einzumauern und kann die Tableaus komplett abräumen. Das Spielprinzip kennt man zwar schon von "Turn It" oder der Arcade-Maschine "Match It" (die hat sogar die gleichen Bambus-Hintergründe), allerdings hat Lin Wu's Challenge noch einiges mehr zu bieten!

Da wären als erstes die 20 verschiedenen Gegner, gegen die man anzutreten hat, ehe man sich mit dem großen Lin Wu persönlich messen darf. Die Kontrahenten aus den unterschiedlichsten Ländern stellen sich mit dem Spieler mit Lebenslauf und Mini-Portrait vor; sobald man einen Sieg errungen hat, zeigt eine Weltkarte den Weg zum nächsten Turnierschauplatz. Insgesamt 60 Aufstellungen gilt es so zu absolvieren, darüber hinaus hält ein Computer noch unbegrenzt zusätzliche Spiele bereit.

Ein (in vielen Leveln sehr knapp bemessenes) Zeitlimit sorgt dafür, dass die Aufgabe eine ganz schön schwere ist. Die Programmierer haben dafür gesorgt, dass sie nicht vollends unlösbar wird: So kann man sich per Help-Taste einen Zugvorschlag machen lassen, ein Druck auf M ermöglicht das Verschieben eines Steins, und wer auf T drückt, darf sogar gegen alle Regeln ein paar seiner Wahl vom Brett entfernen. Zu simpel? Denkste! Diese Hilfsfunktionen stehen nämlich nur sehr begrenzt zur Verfügung, Symbole am unteren Screenrand geben Auskunft, wie oft man noch schummeln darf.

Die Grafik ist farbenfroh und hübsch, die Steine sind gut erkenn- und unterscheidbar. Akustisch wird man mit einer recht ordentlichen Fernost-Melodie unterhalten, wer beim Denken lieber seine Ruhe hat, kann auf Geräuscheffekte pur oder Grabesstille umschalten (S bzw. F-Tasten). Auch für partnerschaftliches Tüftelvergnügen ist gesorgt: Im Zwei-Spieler-Modus darf gleichzeitig abgeräumt werden, es wird dann automatisch alle paar Sekunden zwischen den beiden Zockern umgeschaltet.

Ein rundum gelungenes Game also? Fast: Die Steuerung (Stick oder Cursortasten) ist etwas ungenau, was im Eifer des Gefechts oft sehr ärgerlich ist - hier wáre eine Maussteuerung wie bei "Shanghai" der bessere Weg gewesen. Auch gibt es keinerlei Paßwörter oder ähnliches, wer eine Aufstellung nicht in der vorgegebenen Zeit schafft, muß wieder bei Gegner Nr. 1 anfangen (ist aber halb so wild, da die Bretter immer wieder anders sind). Aber ansonsten bietet Lin Wu's Challenge Knobelspaß für Monate und kommt tatsächlich an die Qualitäten des Original-Klassikers heran, ohne ein reiner Abklatsch zu sein. (ml)

Amiga Joker, September 1990, p.?

Der Amiga Joker meint:
Aspirin bereithalten: Lin Wu's Challenge entflammt das alte Shanghai-Fieber aufs neue!

Amiga Joker
Lin Wu's Challenge
Grafik: 70%
Sound: 64%
Handhabung: 66%
Spielidee: 61%
Dauerspass: 87%
Preis/Leistung: 76%

Red. Urteil: 80%
Für Fortgeschrittene
Preis: ca. 69,- DM
Hersteller: LaserSoft
Bezug: Leisuresoft

Spezialität: Mit der Leertaste können angefangene Züge rückgängig gemacht werden, mit ESC kann man ein laufendes Spiel abbrechen. Damit man nicht mogeln kann, drehen sich im Pause-Modus (P) die Steine um.