Bring me to the Main Page   Bring me to the Reviews Index

Les Manley in: Search for The King logo

Wem die Warterei auf das nächste (vierte, fünfte oder gar sechste?) "Larry"-Abenteuer allmählich zu lange dauert, dem präsentiert Accolade jetzt eine Alternative. Aber ob der gute Les wirklich das Zeug hat, um in die Fußstapfen unseres Lieblings-Casanovas zu treten?!

Les Manley in: Search for The King Les Manley arbeitet als Techniker bei der New Yorker Fernsehstation "Will", wo er meist mit dem manuellen Zurückspülen von Videobändern beschäftigt ist – eine naturgemäß wenig lukrative Tätigkeit. Die große Chance auf Ruhm und Reichtum bietet sich erst, als sein Sender einen Wettbewerb ausschreibt: Wer den "King" findet, bekommt eine Million Dollar in bar! Gemeint ist natürlich Elvis Presley, und der sieht sich die Radieschen ja schon lange von unten an – die Aktion ist nichts weiter als eine billige Werbekampagne. Aber Les ist nunmal nicht der Hellste, und so macht er sich halt auf die Suche...

Search for The King ist ganz im Stil der Grafikadventures von Sierra gehalten: Man steuert den (Anti-) Helden mit Maus oder Tastatur durch ca. 80 verschiedene Örtlichkeiten, sammelt nützliche Gegenstände auf, redet mit anderen Personen und knackt eine Reihe mehr oder weniger anspruchsvoller Rätsel. Dabei fühlt man sich wirklich auf Schritt und Tirtt an das berühmte Vorbild erinnert – Les sieht nicht nur aus wie ein jugendlicher Larry Laffer, er kriegt ebenfalls diesen gierigen Blick, sobald ihm weibliche Reize ins Sichtfeld geraten!

Les Manley in: Search for The King Überhaupt könnte die hübsche, bunte Grafik ebensogut Sierras wie Accolade Hexenküche entsprungen sein. Selbst Al Lowes berühmt-berüchtigten Humor hat man zu kopieren versucht – je weiter Les bei seiner Suche vordringt, umso witziger und origineller werden die Gags! Leider werden die Puzzles gleichzeitig immer unlogischer...

Les Manley in: Search for The King In einem Punkt übertrifft Les Manley aber problemlos alle Larrys dieser Welt: Der Parser ist so ziemlich das unverständigste, worunter Adventurefans bisher zu leiden hatten! Die Steuerung ist ebenfalls nicht unbedingt das Gelbe vom Ei, am allerschlimmsten aber sind die endlos langen Nachladezeiten für jedes einzelne Bild. Dadurch wird der Spielablauf äußerst zäh – ungeduldige Naturen werden statt der faden Begleitmusik bald nur noch ihr eigenes Zähneknirschen hören.

Über der mangelhaften Handhabung geraten die positiven Aspekte der Angelegenheit fast in Vergessenheit, beispielsweise das absolut sehenswerte Intro oder die beigelegte Lösung. Letztere ist nicht nur codiert (erst mit Farbbrille lesbar), sondern geradezu vorbildlich aufgebaut! Aber auch damit wird die Königssuche nicht zur einer ernsthaften Konkurrenz für Larry, es bleibt bei einem Lückenfüller, um sich die Wartezeit zu vertreiben. Bloß: Wer ausreichend Geduld hat, um hier die Nachladezeiten zu überstehen, dessen Geduld reicht allemal auch, um auf das nächste "echte' Sierra-Adventure zu warten... (Manuel Semino)

Amiga Joker, September 1991, p.71

Amiga Joker
Search for The King
Grafik: 69%
Sound: 42%
Handhabung: 44%
Spielidee: 61%
Dauerspass: 58%
Preis/Leistung: 56%

Red. Urteil: 58%
Für Fortgeschrittene
Preis: ca. 84,- DM
Hersteller: Accolade
Genre: Abenteuer

Spezialität: Fünf Disks, Zweitlaufwerk wird unterstützt, HD-Instatllation möglich (Codewheel-Abfrage), deutsche Anleitung. Grausam: Obwohl 1MB Grundvoraussetzung ist, muss bei manchen A500ern das Zweitlaufwerk abgehängt werden!