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Leander logo

Was hätte “Shadow of the Beast II” damals für ein Hit sein können, wäre es nur etwas spielbarer gewesen. Mittlerweile hat man das bei Psygnosis auch eingesehen und Versäumtes nachgeholt: Hier gibt’s technisch hervorragend gemachte Platform-Action samt überzeugendem Gameplay!

Leander Dabei sollte man sich von den makellos dahinscrollenden Landschaften und rund hundert Feindarten nicht täuschen lassen – für Leander zeichnen nicht die „Biester“ von Reflections verantwortlich, es wurde vielmehr von den „Nobodies“ Andy Ingram und Jon Burton programmiert. Damit dürften die Jungs die längste Zeit Nobodies gewesen sein, denn hier sind praktisch alle Gegner (bis zu 60 Hardware-Sprites gleichzeitig am Screen) Großartig animiert, und der Held selbst sogar noch besser!

Aber worum geht’s überhaupt? Na, um’s Übliche halt: Die liebreizende Prinzessin Lucanna wurde – wie könnte es anders sein – entführt, weshalb unser strahlender Held nun drei Welten mit insgesamt 22 Leveln nach ihr abgrasen darf. Für derlei heikle Aufgaben ist Leander standesgemäß gerüstet, und was nicht ist, kann ja noch werden. Will heißen, er kann in sechs Stufen aufgerüstet werden, wobei die „Stufennummer“ anzeigt, wieviele Treffer man maximal verkraftet. Dazu kommen allerlei Waffen vom Dolch bis zur sogenannten Löwenklinge, außerdem gibt’s Runenbomben und schließlich noch was ganz Revolutionäres: so eine Art „Selbstmordbombe“! Falls Leanderchen nämlich merkt, daß er keine Chance mehr hat, kann er eins seiner Leben opfern und damit sämtliche Feinde am Schirm vernichten.

Neben solch destruktiven Aktionen sind selbstverständlich auch wieder die allseits beliebten Sammeleien angesagt – vornehmlich Schatzruhen und verendete Monster spendieren die Münzen und sonstigen Extras, die sich dann in diversen Shops gegen Waffen, Rüstungen etc. eintauschen lassen. Gesteuert wird ausschließlich mit dem (gerade richtig belegten) Stick und in „Strider“- ähnlicher Manier. Einige der Gegner zeichnen sich zwar nicht gerade durch übermäßige Fairneß aus, dennoch ist Leander alles andere als ein unspielbares Grafiekdemo. Ja, selbst daß manchmal nur wenig auf dem Bildschirm los ist, sieht man bei so viel technischer Perfektion gerne nach, sind die Schlußmonster doch wahrhaft formatsprengend und dennoch gut animiert, wie auch immer geartetes Ruckeln ist für das Programm ein Fremdwort. Bloß auf die Psygnosis-üblichen Intro- und Game Over- Sequenzen muß man hier verzichten. Auch die Soundeffekte wirken etwas mager, was aber die tollen Begleitmusiken problemlos wieder ausgleichen.

Hier haben die Liverpooler jedenfalls gezeigt, daß sie es auch besser können, als nach dem bescheidenen „Barbarian II“ zu befürchten war. Gut, mit „Turrican 2“ kann es Leander nicht ganz aufnehmen, mit so manchem Konsolen-Game aus Japan durchaus! (mm)

Amiga Joker, January 1992, p.67

Der Amiga Joker meint:
"Wer gut gemachte Plattform-Action schätzt, ist bei Leander an der richtige Adresse!"

Amiga Joker
Leander
Grafik: 83%
Sound: 76%
Handhabung: 69%
Spielidee: 60%
Dauerspass: 74%
Preis/Leistung: 63%

Red. Urteil:
Variabel
74%
Preis: ca 99,- DM
Hersteller: Psygnosis
Genre: Action

Spezialität: Drei Disks, Extraspeicher und Zweitlaufwerk werden unterstützt. Paßcode-Abfrage, drei Continues.