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Wenn ein gestandener Rollenspieler New World Computing hört, dann denkt er an die "Might and Magic" Reihe. Bloß: Gestandene Rollenspieler sind hier gar nicht gefragt!

King's bounty Bei der amerikanischen Company hat man nämlich inzwischen gemerkt, daß auch andere Leute einen Computer besitzen – und genau für die ist dieses "Fast-Rollenspiel" gedacht. Erst kam der Testlauf am PC und C64, dann wurde der "königliche Shokoriegel" amigagerecht aufbereitet – Ordnung muß sein.

Deshalb kann man es auch nicht durchgehen lassen, daß ein schurkischer Dieb König Maximus das Zepter geklaut hat. Zur Wiederbeschaffung bieten sich vier Helden an: Ein Ritter mit großer Gefolgschaft und Gold in rauhen Menge, der jedoch mit der Zauberei auf Kriegsfuß steht, und ein Paladin, der sich zwar mit dem Hexen leichter tut, dafür aber in militärischen Dingen nicht so bewandert ist. Oder man wählt den Barbaren, der dem Ritter recht ähnlich ist, darüberhinaus hohe Einkünfte hat und leicht befördert wird. Für das vermeintlich schwache Geschlecht steht noch eine Magierin bereit – fehlende Körperkraft ersetzt sie durch geschickten Umgang mit dem Zauberstab.

Ist die Entscheidung gefallen, braucht man nur noch eine Armee. Eine Armee??? Ganz recht, 25 verschiedene Sorten von Kriegern ersetzen hier die üblichen Party-Mitstreiter. Der Vorteil: Während ein herkömmlicher Charakter nach seinem Hinscheiden eine schmerzliche Lücke hinterläßt, kann man niedergemetzelte Armeeteile einfach nachkaufen! Rekrutieren lassen sich Soldaten, Dämonen, Vampire und ähnlich interessante Wesen...

Die Suche nach dem verlorenen Zepter gestaltet sich dann sehr komfortabel, beispielsweise gibt es ein feines Automapping, eine wunderbare Maussteuerung und viele witzig gemachte Statistiken. Bei King's Bounty werden also auch Einsteiger nicht so schnell die Übersicht verlieren, und das, obwohl reichlich zu tun ist: Man kann auf Kopfgeldjagd gehen, Burgen belagern, allen möglichen Krimskrams erwerben (Schiffchen, Katapulte, Zaubersprüche) und erlebt viele positive (Schatztruhen) und negative (böse Monster) Überraschungen. Natürlich darf auch die Aussicht auf Beförderung nicht fehlen. Es gilt zwar nur einen einzigen Wert zu verbessern, nämlich die "Führungsstärke", aber stellt Euch das bloß nicht so einfach vor!

Auch wenn das Zaubern hier nur eine Nebenrolle spielt, die Dungeons durch Abwesenheit glänzen und die Rätsel mehr dekorativen Charakter haben – durch den einstellbaren Schwierigkeitsgrad und die verschiedenen Lösungswege (als Paladin, Magierin, etc.) ist das Game viel Umfang – und abwechslungsreicher, als man zuerst meint. Dazu kommt eine bunte und hübsch animierte Grafik, lediglich der Sound mit den wenigen FX und Jingles (keine Musik) ist ein bißchen flau ausgefallen. Abenteurer, die nicht darauf bestehen, andauernd mit Hit- und Spellpoints zu jonglieren, werden sicher ihre Freude an King's Bounty haben! (mm)

Amiga Joker, October 1991, p.32

Der Amiga Joker meint:
King's Bounty bietet königliches Spielvergnügen!"

amiga joker
King's Bounty
Grafik: 71%
Sound: 46%
Handhabung: 80%
Spielidee: 78%
Dauerspass: 81%
Preis/Leistung: 75%

Red. Urteil: 78%
Variabel
Preis: ca 89,- dm
Hersteller: New World Computing
Genre: Abenteuer

Spezialität: Englische Anleitung, Codeabfrage, HD-Installation. Mehr Sound und weniger Nachladezeiten bei 1MB.