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Britannien wurde am Monitor schon x-mal erobert, derzeit ist das alte Teutonia in Mode: Im letzten Heft schlug SSI mit "Lords of the Realm" zu, dismal greift Realism Entertainment nach der deutschen Strategen-Krone.

B Kingdoms of Germany ei diesem Hersteller dürfte es niemanden überraschen, daß die deutschen Königreiche dem Spiel "Vikings" aus demselben Hause wie aus dem Gesicht geschnitten sind – Starbyte besorgte lediglich die Übersetzung und kümmert sich um die Vermarktung. Bis zu sechs Möchtegern-Kaiser (in beliebiger Mensch/Maschine-Kombination) können sich hier in das 11. Jahrhundert zurückbeamen, um rund 200 Kleinstaaten unter ihrer Fuchtel zu vereinen.

Wer die rundenweise ausgetragene Völkerschlacht für sich entscheiden will, braucht taktisches Geschick und wirtschaftpolitisches Talent, doch bei fünf Schwierigkeitsgraden sollte da selbst der glücklose Möllemann den richtigen Einstieg finden, wenn es darum geht, Armeen von einem Territorium ins nächste zu dirigieren, nach Erzen zu buddeln, auf ausreichende Ernteergebnisse zu achten und natürlich den jeweiligen Feinden eins überzubraten.

Dabei sind langfristige und komplexere Planungen erste Regentenpflicht, denn mit den passenden Vorräten an Stein, Holz oder Blei lassen sich etwa Bürgen bauen oder Seehäfen anlegen – erstere dienen der Landesverteidigung, letztere der Stationierung einer Flotte, um dem Gegner in den Rücken fallen zu können. Dazu kommt natürlich die Konstruktion von Belagerungsmaschinerie und feindliche Festungen schleifen zu können.

Letzten Endes ist hier also doch das Militär das Maß aller Dinge, und so sollte den aus verschiedenen Truppengattungen (Fußvolk, Bogenschützen, Ritter, usw.) zusammengesetzen Armeen ein gerüttelt Maß an Aufmerksamkeit gelten. Insbesondere die auf einem Spezialscreen stattfindenden Kämpfe, bei denen beide Regimenter automatisch gegeneinander ausgerechnet werden, wollen genau beobachtet sein, damit man den Rückzug antreten kann, sobald die eigenen Kämpfen ins Hintertreffen geraten. So wenig originell das allemal sein mag, so motivierend wirkt sich die Verlegung des Schauplatzes in heimische Gefilde aus, da man als Lokalpatriot zudem seinen eigentlich zufälligen Startpunkt auf Wunsch auch aussuchen kann. Und im Gegensatz zur PC-Variante brauchen sich Amiga-Strategen auch nicht mit einer unsäglichen Codeabfrage rumzuärgern.

Die Grafik ist freilich auch hier eine karge Angelegenheit, und abgesehen von der Bänkelmusik im Titelscreen herrscht das Schweigen im deutschen Eichenwalde. Die Maus bewegt sich last but not least im Default-Modus etwas träge, man kann ihr aber über die F-Tasten in den Hintern treten – und so gibt es eigentlich keinen Grund, warum der Genre-Freund hier nicht zuschlagen soltle. (jn)

Amiga Joker, February 1995, p.34

KINGDOMS OF GERMANY
(REALISM ENTERTAINMENT/STARBYTE)
HISTORIEN-STRATEGIE
70%
"BRAUCHBAR"
Amiga Joker
GRAFIK
ANIMATION
MUSIK
SOUND-FX
HANDHABUNG
DAUERSPAß
40%
29%
37%
0%
74%
74%
VARIABEL: 5 STUFEN
PREIS DM 99,-
SPEICHERBEDARF
DISKS/ZWEITFLOPPY
HD-INSTALLATION
SPEICHERBAR
DEUTSCH
1 MB
1/NEIN
JA
JA
KOMPLETT