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Hill Street Blues logo

Wer die gepflegte Hektik des Polizeitags sucht, wird jetzt bei Krisalis fündig: Die englische Company hat sich der gleichnamigen TV-Serie angenommen und eine spannende Simulation daraus gemacht!

Hill Street Blues Als Captain Furillo steht man vor der undankbaren Aufgabe, die Kriminalität in einem Knapp 150 Orte umfassenden Stadtbezirk in erträglichen Grenzen zu halten. Kein leichtes Unterfangen, denn jeder der etwa 600 Einwohner ist ein potentieller Verbrecher! Dem Ordnunshüter Müssen hingegen neun Detektiven samt Einsatzwagen genügen – Verstärkung kommt nur in Härtefällen...

Die meiste Zeit betrachtet man einen kleinen Ausschnitt seines Distrikts, der aus der Vogelperspektive gezeigt wird und in vier Richtungen gescrollt werden kann. Auf dem Straßen fahren Autos, morgens gehen die Menschen zur Arbeit, nachts ist die Stadt erleuchtet... tatsächlich führt hier jeder Bürger ein richtiges Eigenleben! Sobald über Polizeifunk ein Fall gemeldet wurde, bringt man per Computer die Einzelheiten in Erfahrung (Delikt, Opfer, Täterbeschreibung, usw.), dann wird ein Detektiv beauftragt. Selbiger eilt nun zum Tatort, je nach Lage mit dem Wagen oder per Pedes. Nicht selten sind so mehrere Fahnder gleichzeitig unterwegs – echtes Multitasking also. Zwischen den Cops sollte dabei ständig hin- und her geschaltet werden, denn sobald einer am Tatort ankommt, ist individuelle Steuerung gefragt. Die verarztung von Vorletzten will dann ebenso organisiert sein wie die Überprüfung der Passanten: War man schnell genug, dürfte sich der Täter noch in der näheren Umgebung herumtreiben, andernfalls ist er zumindest vorläufig entkommen. Verdächtige, auf die das Phantombild aus Furillos Computer passt, können festgenommen werden, bei ganz schweren Jungs sprechen auch mal die Kanonen – ja, sogar eine Gerichtsverhandlung samt Täteridentifikation wurde nicht vergessen!

Hill Street Blues Bei guter Aufklärungsquote sinkt die Kriminalität, aber nicht nur das ist wichtig: Die Bürger sind auch unzufrieden, wenn die Nachbarschaft ständig durch Schießereien belästigt wird oder dank des Einsatzes von Strassensperren ein Verkehrschaos entsteht. Sinkt Furillos Popularität zu stark ab, wird er gefeuert, bei guter Arbeit winkt die Beförderung zum Polizeichef.

Die Grafik sieht bei alledem nicht übel aus - wenn nur Scrolling und Animationen nicht gar so ruckeln würden! Im Intro ertönt ein schöner Blues (der TV-Melodie nachempfunden), aber auf der Strasse ist wenig mehr als Hupen zu hören. Gesteuert wird das Ganze per Maus und einer anfänglich verwirrenden Vielzahl von Icons. Spielerisch ist Komplexität geboten, wie man sie bei einem Lizenz-Game selten sieht: Schwere Verbrechen wie Morde geschehen beispielsweise vorwiegend nachts, nicht jeder Cop ist für jeden Einsatz gleich gut geeignet, und wer sich in seinem Distrikt nicht perfekt auskennt, verliert oft wertvolle Zeit. Kurz und gut: Hill Street Blues ist der Traum jedes Hobbykommissars! (jn)

Amiga Joker, May 1991, p.?

Der Amiga Joker meint:
"Hill Street Blues - ein heißes Pflaster für kühle Köpfe!"

amiga joker
Hill Street Blues
Grafik: 68%
Sound: 57%
Handhabung: 73%
Spielidee: 84%
Dauerspass: 82%
Preis/Leistung: 79%

Red. Urteil:
Variabel
82%
Preis: ca 89,- dm
Hersteller: Krisalis
Genre: Simulation

Spezialität: Sechs Speichermöglichkeiten auf Leerdisk, das Programm bietet eine eigene Formatierroutine. Anleitung und Spiel in deutsch.