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Heimdall 1 logo

"Torvak", "Car-Vup" und zoletzt "Thunderhawk" -unter Joystickartisten geniesst Core Design völlig zurecht einen guten Ruf. Bei den Rollenspielern sieht's da schon anders aus, denn "Corporation" war nicht jedermans Sache. Und das ist Heimdall leider schon gar nicht!

Heimdall 1 Traurig aber wahr, wass in der Vorabversion noch so vielersprechend erschien, ist als Endprodukt nur noch halb so schön: Zu unständlich ist die Misch-steuerung aus Maus, Joystick und einem seperaten Menuscreen, zu unfair das actionbetönte Kampfsystem, wo immer ein Character zur Zeit fighten darf und noch dazu jedem erst neu zu Schwert greifen muss! Auch Grafikfehler machen keinen guten Eindruck, es kommt z.B. vor, daß bei Bewegungen der Hintergrund nicht mehr aufgebaut wird, so daß sich aus dem Party-Sprite eine lange "Krieger-Schlange" entwickelt, an deren Spitze sich der "wirkliche" Held befindet. Dann werden Requester nur teilweise gelöscht, es gibt reichlich Diskettenwechselei und beim Laden vom Spielstanden sogar gelegentlich ein Systemabsturtz. Kurz und schlecht, die Programmierer haben bereits so sehr geschlämpt, daß die mies eingedeutschten Screentexte, das lückenhafte Handbuch und die schwerfällige Codeabfrage kaum noch ins Gewicht fallen...

Das ist umso trauriger, zumal die Story hier nach wie vor ausgesprochen originell wäre: Heimdall ist ein gestandener Wikinger, den die nordischen Götter ins Leben gerufen haben, weil ihnen die Waffen geklaut wurden. Die Welt der Menschen, Riesen und auch die der Götter selbst muß nun von ihm abgegrast werden, um Thors Hammer, Odins Schwert und Freys Speer wieder aufzutreiben. Damit Wicky den männigfaltigen Gefahren nicht mutterseelenalleine ins Triefauge blicken muß, darf er sich nog fünf (vorgefertigte) Kollegen aussuchen. Und falls er zuvor bei drei witzigen Actioneinlagen (z.B. Schweinefangen!) besonders gut abschneidet, erweitert sich der Kreis der Partykandidaten noch um ein paar besonders schwere Brocken.

Per Mausklick auf eine schöne Landkarte konnen nun viele Inselchen besucht werden, die sich allesamt als verzwickte Dungeons in isometrischem 3D entpuppen; nicht ganz so detailliert gezeichnet wie bei "Cadaver", aber mit noch grosseren Bildern und recht hübschen Animationen. Optisch ist Heimdall also sehr gelungen, speziell das Intro ist eine Augenweide. Dass die gegner aber nur dumm rumstehen, bis man sich mit ihnen befassen mag, ist etwas befremdlich; dafür kann man uber die Rätselnüsse nicht meckern. Ja, des öfteren sind sogar Kreuzfahrten von einer Insel zurück zu einer frühreren erforderlich.

Schließlich hören sich auch die zwei Titelmelodien wirklich schön an, darüberhinaus bietet der Sound nur sparliche FX. Tja, wenn man gewillt ist, drei bis vier Augen zuzudrücken, konnte Heimdall durchaus Spaß machen -aber wer hat schon soviele Augen? (jn)

Amiga Joker, January 1992, p.16

Amiga Joker
Heimdall
Grafik: 80%
Sound: 61%
Handhabung: 30%
Spielidee: 85%
Dauerspaß: 46%
Preis/Leistung: 42%

Red. Urteil: 46%
Für Fortgeschrittene
Preis: ca 99,- DM
Genre: Abenteuer
Spezialität: Fünf disketten, 1 MB sowie Maus und Stick erforderlich. Eine hübsche karte der drei Welten liegt bei.