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An sich ist es ja schon fast ein Sonderangebot: Sage und schreibe neun Disketten bekommt man hier für einen knappen Hunni – und ein richtiges Spiel ist sogar auch noch drauf! Wen stört es da, dass bei unserem Testmuster die neunte Disk kaputt war?

Heart of China Bei der Masse des Gebotenen sollte man auch wirklich nicht kleinlich sein, vor allem weil hier – ganz im Gegensatz zu vielen anderen „Multidisk-Games“ – die Spielbarkeit auch für Nichtfestplattenbesitzer einigermaßen gewährleistet ist. Trotzdem verbessert eine HD-Installation die Handhabung natürlich schlagartig, fallen damit doch etliche Kunstpausen unter den Tisch. Andererseits haben Pessimisten ja schon behauptet, das chinesische Herzchen könnte gar nicht vom PC umgesetzt werden...

Alles Kokolores, selbst als plattenloser Amigianer wandert man nun ziemlich problemlos (mit Maus, Stick oder Keyboard) durchs Abenteuerland, was allerdings nicht zuletzt an den vergleichsweise geringen Handlungsmöglichkeiten liegt. Überhaupt ist das Spiel nicht nur leicht zu bedienen, sondern auch relativ leicht zu lösen – und das, obwohl man hier gleich in drei verschiedene Rollen schlüpfen kann bzw. muss: Da wäre einmal der eigentliche Held, seines Zeichens Pilot und Bobby-Detektiv. Es wird von einem geheimnisvollen Freund begleitet, der aufgrund seiner speziellen (Ninja-) Fähigkeiten bei manchen Passagen das Kommando übernehmen muss. Fehlt noch die Person, die für das ganze Unternehmen letztlich verantwortlich ist – Kate, Krankenschwester Tochter eines amerikanischen Grossindustriellen und last not least Entführungsopfer.

Drei Digi-Tage hat man insgesamt Zeit, um Gegenstände einzusammeln, mit unzähligen Leuten zu quatschen, per Flugzeug oder Orient-Express durch die Gegend zu reisen und einige simple Actionssequenzen (Boxen, Panzerfahren) zu bestehen. Dabei staunt man weniger über die etwas schwachbrüstige Komplexität, denn über die spielfilmartige Präsentation à la „Rise of the Dragon“. Einmal mehr hat Dynamix echte Schauspieler gefilmt und anschließend in die gezeichneten Hintergründe eingepaßt – der Effekt ist schon mehr als beeindruckend! Der 32 Farben-Modus des Amiga wird voll ausgenutzt, das Scrolling ist sanft und die Animationen vom edelsten. Damit das Spiel auch in der höchsten Animationsstufe einwandfrei läuft, benötigt man allerdings ein volles Megabyte Chip-RAM (wie es z.B. der neue A 500 Plus hat), aber auch mit einem stinknormalen 1 MB-Arbeitsspeicher sieht die Sache nicht viel schlechter aus. Die stimmungsvolle und ständig wechselnde Begleitmusik ist so oder so hervorragend, wenn auch nicht ganz so gut wie bei „Rise of the Dragon...

Kurzum, Heart of China ist ein simpel zu bedienendes Einstieger-Adventure, das vor allem Orientfans ins Herz schließen werden. Oder anders: ein wunderschöner Kinofilm zum Mitmachen! Und Hand auf’s China-Herz – welcher Film dauert schon ewig? (mm)

Amiga Joker, February 1992, p.?

amiga joker
Heart of China
Grafik: 92%
Sound: 80%
Handhabung: 74%
Spielidee: 70%
Dauerspass: 59%
Preis/Leistung: 68%

Red. Urteil:
Für Anfänger
70%
Preis: ca 99,- dm
Hersteller: Dynamix/Sierra
Genre: Abenteuer

Spezialität: 1 MB erforderlich, Zweitlaufwerk wird unterstützt, deutsche Anleitung.