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Roger Rabbit - Hare raising havoc logo

Durch sein verblüffendes Zusammenspiel mit menschlichen Darstellern hat der Cartoon-Hase Kintopp- Geschichte geschrieben, jetzt hat er sich auch in den Annalen der Computerhistorie verewigt: Wir präsentieren das erste Amiga-Game, das sich ausschließlich von Festplatte spielen läßt!

Roger Rabbit - Hare raising havoc Nein, hier handelt es sich nicht um einen verspäteten Aprilscherz, sondern um ein bitter ernst gemeintes Zitat aus der Anleitung: „Das Spiel muß auf Festplatte installiert werden“. Ganz klein und unauffällig steht es auch mal außen auf der Packung – ob sich Disney vielleicht gar für diese sensationelle Pionierleistung schämt? Daß auch mindestens 1MB Arbeitsspeicher benötigt wird, versteht sich da beinahe von selbst, aber die Anleitung hält noch mehr Überraschungen bereit: „Wenn Sie über nur 1MB verfügen, werden Sie während des Spiels manchmal bemerken, daß die Animation 1 oder 2 Sekunden lang einfriert."

Nur von Festplatte? Nur 1MB? Na super, welche Konfiguration braucht man eigentlich, damit der Hase richtig lauft? Oder sollen wir besser fragen, ob es sich wohl lohnt, nun extra seinen Amiga aufzurüsten? Denkt man rund drei Jahre zurück, genauer an den ersten Digi-auftritt des Trickfilm-Hasen (auch damals schon unter den Fittichen von Infogrames), so kommen da doch arge Zweifel auf: Das Actionspielchen sah zwar nett aus, war ansonsten aber eher dünn – ob das actionbetonte Adventure jetzt eine bessere Figur macht?

Roger Rabbit - Hare raising havoc Nun, erstmal macht jedenfalls der gute Roger eine traurige Figur, sitzt er doch allein zu Haus, obwohl er eigentlich auf Baby Herman aufpassen sollte. Der jugendliche Zigarrenraucher hat es aber vorgezogen, der Molkerei nebenan einen Besuch abzustatten, was unseren Roger vor größere Probleme stellt: Wenn er den kleinen Racker nicht wieder einfängt, ehe Mami vom Einkaufen zurück ist, gibt’s mächtig Zoff! Erschwerend kommt hinzu daß er selbst im Haus eingeschlossen ist...

In der Praxis soll man dem Langohr also bei seiner Flucht durch diverse Räumlichkeiten behilflich sein, Ausgangspunkt ist das Wohnzimmer. Hier gilt es, zunächst einen Wandschrank zu öffnen, den Deckenventilator einzuschalten, sich durch Hüpfen am Sofa an dessen Rotorblätter zu krallen und im richtigen Moment abzuspringen – schon saust Roger durchs Zimmer, und ab geht’s durch den Lüftungsschlitz in die Küche! Die Rätsel werden leider auch später nicht viel anspruchsvoller, wegen der begrenzten Anzahl von probiertauglichen Gegenständen überfordert die Hasenjagd noch nicht mal Brorks bescheidene Geisteskräfte.

So mager der Spielablauf, so gelungen die Präsentation: Grafik und Sound sind vom Allerfeinsten; wo Disney draufsteht, ist halt auch Disney drin. Immer unter der Voraussetzung natürlich, daß man eine mächtig aufgerüstete „Freundin“ besitzt, sonst – siehe oben. Auch die Joysticksteuerung klappt ordentlich, aber was hilft’s? Das nächste Mal bitte ein anspruchsvolleres Gameplay und dafür weniger Ansprüche an die Hardware… (od)

Amiga Joker, May 1992, p.?

amiga joker
Roger Rabbit
Grafik: 87%
Sound: 87%
Handhabung: 61%
Spielidee: 37%
Dauerspass: 45%
Preis/Leistung: 52%

Red. Urteil:
Für Anfänger
50%
Preis: ca 89,- dm
Hersteller: Infogrames
Genre: Abenteuer

Spezialität: Deutsche Anleitung, sechs Disks, mindestens 1 MB Speicher und Festplatte erforderlich.