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Guardian logo  CD32

Neuseeland kennt man eher als Vorort von Australien denn als Mekka der Zockerzunft, doch das dürfte sich bald ändern: Vom anderen Ende der Welt erreichte uns nun eine spektakuläre 3D-Knallerei auf CD!

Guardian Spektakulär ist allerdings nicht unbedingt mit originell, denn hier haben die Acid-Jungs um Mark Sibly („Skidmarks“) bei diversen Genreklassikern abgekupfert: Das Spielprinzip basiert auf dem Automaten-Oldie „Defender“, und die bunte Polygon-Optik erinnert an den Konsolenknaller „Star Wing“. Doch während am Super Nintendo die Vektorgrafik nur dank eines speziellen 3D-Customchips am Modul auf Touren kam, geht dem CD32 auch ohne eine solche Unterstützung die Puste nicht aus...

Nö, eher dürfte hier der Spieler atemlos dem rasanten Gameplay hinterhecheln, wenn er mit seinem Raumgleiter kreuz und quer im Tiefflug über die Oberflächen von knapp einem Dutzend Planeten düst, um marodierende Aliens vom Screen zu blastern. Vorranging handelt es sich dabei um bombenwerfende Flugrobbis, aber es schleichen sich auch mal feindliche Jäger von hinten an, Kamikazeflieger riskieren einen Frontalangriff, und flinke Minipanzer feuern wild drauf los – oder man wird gar an Bord des dicken Mutterschiffes gebeamt und sieht sich von Flakanlagen umringt. Da ist es schon hilfreich, daß der Bordlaser von der eher kräftigen Art ist, das Schutzschild einige Treffer aushält und der Gleiter trotz bombiger Beschleunigung und satter Höchstgeschwindigkeit jederzeit überraschende Kehrtwendungen erlaubt. Das Waffenarsenal kann mittels Sammel-Icons um Twinlaser, zielverfolgende Raketen oder allesvernichtende Smartbombs ergänzt werden, während Radarscanner für den Nah- und Fernbereich stets beste Übersicht garantieren.

Guardian Die zunächst etwas problematische, weil sensible Steuerung leistet in der Hektik gute Dienste, doch sie erleichtert die Aufgabe nur unwesentlich – das Hochgeschwindigkeits-Spieling bringt, nicht zuletzt wegen des kompletten Fehlens von Wiedereinstiegsmöglichkeiten wie Levelcodes oder Continues, selbst Action-Profis ins Schwitzen. Frust und Lust liegen hier also eng beianander, zumal ein Modus für zwei Spieler nacheinander, die Möglichkeit zur Justierung der Sichtperspektive (über/unter/vor/hinter dem eigenen Schiff, Zoom etc.) und eine astreine Präsentation die Motivation unter Dampf halten. So suchen die bunten Polygon-Landschaften in Sachen Geschwindigkeit ihresgleichen am Amiga, und wo es an Details fehlt, springen hinreißende Animationen ein: Wenn Feinde, Bodenobjekte oder auch das eigene Schiff in tausend Trümmer fliegen, sieht das einfach toll aus. Passend dazu gibt es fetzige Heavy-Musik von CD und Sound-FX mit vernehmbarem Stereoeffekt.

Wer also auf eigenständige Ideen pfeift und sich auf schnelle 3D-Balleraction freut, liegt bei Guardian goldrichtig. Ob das auch für die geplante A1200-Version gilt, muß sich allerdings erst zeigen. (rl)

Amiga Joker, November 1994, p.?

GUARDIAN
(ACID)
3D - BALLERACTION
77%
"RASANT"
Amiga Joker
GRAFIK
ANIMATION
MUSIK
SOUND-FX
HANDHABUNG
DAUERSPAß
76%
88%
86%
82%
72%
76%
FÜR GEÜBTE
PREIS DM 79,-
CD
EINGABEMEDIUM
SPEICHERBAR
DEUTSCH
JOYPAD
HIGHSCORES
NEIN