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DRACHEN VON LAAS

Satte 18 Monate ist es nun schon her, daß Guido Henkel und Hans-Jürgen Brändle – die Macher von "Hellowoon" und "Ooze" – ihr jüngstes Baby in die Welt setzen wollten! Aber ein Vertriebswechsel und die englische Version von "Ooze" führten zu Komplikationen im Kreissaal. Na, zumindest ist diese Spätgeburt alles andere als eine Totgeburt...

Drachen von Laas Ein deutsches Text/Grafik-Adventure mit Klasse? Vor ein paar Jährchen schien das noch gänzlich undenkbar! Aber dann kam „Hellowoon“ und zeigte zumindest den Weg; der Nachfolger "Ooze" war (vom relativ schwachen Parser abgesehen) schon eine ganz beachtliche Steigerung. Mit den Drachen von Laas findet die Tradition des Abenteuerspiels mit Rollenspieleinlagen nun endlich ihre Fortsetzung.

Zwei junge Grünschnäbel, die vom Muff ihres kleinen Heimatdorfes die Nase voll haben, wollen in die große Welt aufbrechen, um endlich einmal richtige Abenteuer zu erleben. Nachdem unsere beiden Nachwuchshelden ihre Sparbüchsen geleert und sich dafür mit Zaubersprüchen und Waffen eingedeckt haben, verlassen sie schleunigst den ungeliebten Ort. Zu Anfang ist es mit ihren kämpferischen und magischen Qualitäten zwar noch nicht weit her, aber mit viel Training, gesammelnten Erfahrungen und vor allem Geld (Zaubern lernen ist teuer!) kann man die Charakterwerte schön langsam auf ein vernünftiges Niveau bringen. Die Werte sind hier zwar längst nicht so komlex wie bei einem echten Rollenspiel; dennoch lassen sich viele Aktionen erst dann durchführen, wenn man einen gewissen Erfahrungsstand erreicht hat. Zudem zehren Hunger und Durst unablässig an den Kräften...

Drachen von Laas Zwischen den beiden Charakteren wird per Help-Taste hin- und hergeschaltet, was für die Lösung vieler Puzzles unerläßlich ist. Die Texte zu den einzelnen Handlungsorten sind an sich schon nicht übermäßig lang, eine nochmals verkürzte Version kann über die F1-Taste aufgerufen werden. Überhaupt wurden auch hier wieder die Funktionstasten mit den wichtigsten Optionen belegt, so daß man sich die elende Tipperei zumindest bei den gängigsten Befehlen sparen kann. Abrufbar sind z.B. die vorhandenen Ausgänge, Statusbericht, Inventory, Zauber und Save/Load-Funktion. Zu einzelnen markanten Örtlichkeiten gibt es recht stimmungsvolle (und handgemalte!) Bilder, die mit der rechten Maustaste wie eine Jalousie heruntergezogen werden können. Leider ist die Anzahl der Grafiken gegenüber den Vorgängern etwas gekürzt worden, und soundmäßig herrscht überhauft tiefstes Schweigen.

Der Parser versteht nun mehr als 2000 Worte und schmeißt auch bei ganzen Sätzen und Synonymen nicht den Löffel. Besonders gelungen sind die vielen verschiedenen und teilweise recht witzigen Bemerkungen, die das Programm (vorwiegend bei sinnlosen Eingaben) auf Lager hat. Kurz und gut: Die Drachen von Laas versprechen soliden Adventurespaß – endlich auch für Leute, die mit der englischen Sprache auf Kriegsfuß stehen! (wh)

Amiga Joker, May 1990, p.41

Der Amiga Joker meint:
"Die Drachen von Laas können sich sehen lassen: Ein deutsches Adventure der anspruchsvollen Art!"

Amiga Joker
Die Drachen von Laas
Grafik: 76%
Handhabung: 77%
Spielidee: 72%
Dauerspaß: 81%
Preis/Leistung: 75%

Red. Urteil: 76%
Für Fortgeschrittene
Preis: ca. 84,- DM
Hersteller: Dragonware/Linel
Bezug: Gamesworld

Spezialität: Nußknacker bereitlegen: Die Rätsel sind teilweise knüppelhart!