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Diplomacy logo

Brettspielumsetzungen wie diese Digitaldiplomatie sind wegen der prinzipiellen Unterschiede von Board und Screen immer etwas heikel. Wenn dann noch die technischen Konvertierungs-Probleme nicht optimal gelöst wurden, hält sich die Begeisterung meist in engen Grenzen...

Diplomacy Da lag bereits bei früheren Games von Leisure Genius der Hund begraben, man denke nur an „Monopoly“ – brrrr! Leider steht es diesbezüglich auch hier nicht zum Besten: Es rangeln sieben menschliche bzw. Digitale Europamächte wie Rußland, Deutschland oder Österreich-Ungarn um die Kontrolle über 34 Provinzen bzw. Länder, wer zuerst 18 davon besetzt hält, hat gewonnen. Jede Runde simuliert ein halbes Jahr und teilt sich in Diplomatie- und Befehlsphase auf. Zunächst hat man also die Möglichkeit, seinen Nachbarn ein Bündnis anzubieten oder den Krieg zu erklären, ganz Schlaue dürfen auch versuchen, die anderen gegeneinander zu hetzen. In natura ist das eine spannende Sache mit Geheimverhandlungen in separaten Zimmern; am Computer hingegen ziemlich sinnlos, weil man keine Rückmeldung bekommt, und beim nachfolgenden Armeenschieben eh jeher nach Gusto zieht.

Unter eher simplen Regelbedingungen werden dann die Flotten und Landeinheiten dirigiert, Territorien erobert oder frische Kráfte in die Schlacht geworfe. Leider geht dabei schnell der Überblick verloren, und dank der öden Optik findet man ihn auch nicht so bald wieder. Ein paar Soundjingles, der schwache Titeltrack und die akzeptable Maussteuerung können Computer Diplomacy nicht davor retten, sich gegenüber den Board- bzw. Postspiel-Varianten bodenlos zu blamieren! (jn)

Amiga Joker, April 1992, p.74

Amiga Joker
Computer Diplomacy
Grafik: 31%
Sound: 22%
Handhabung: 38%
Spielidee: 55%
Dauerspaß: 22%
Preis/Leistung: 38%

Red. Urteil: 26%
Variabel
Preis: ca. 59,- DM
Hersteller: Virgin/Leisure Genius
Genre: Brettspiel-Umsetzung

Spezialität: Es gibt ein variables Echtzeitlimit pro Runde, sowie eine wirre englische Anleitung.