Bring me to the Main Page   Bring me to the Reviews Index

Conflict: Europe logo

„Dieses Programm ist allen Menschen dieser Welt gewidmet, in der Hofnung, daß ein solches Game niemals in Wirklichkeit gespielt werden muß!". Eine Simulation, die mit solch ergreifenden Worten aufwartet, und sich dann noch mit einem auf Europa begrenzten Atomkrieg beschäftigt, läßt auch den abgebrühtesten Spiele-Redakteur am schlechten Geschmack der Hersteller verzweifeln.

Conflict: Europe Zur Begrüßung empfängt den Spieler denn auch das digitalisierte Bild einer Mutter, deren Kind „Mammi. Ich habe Angst“ schluchzt. Schlimmer geht’s immer! Anlaß zur Sorge bietet die Situation allerdings genug, schließlich wird davon ausgegangen, daß soeben der dritte Weltkrieg ausgebrochen ist. Schauplatz: Mittel-Europa (BRD/DDR). Diverse Szenarien mit unterschiedlichen Anfangsbedingungen stehen zur Verfügung.

Wir befinden uns im Hauptquartier, in der relativen Sicherheit eines Bunkers. An der Wand hängt die Karte des Kriegsschauplatzes, darunter befindet sich ein Strip Display (Fernschreiber) – man will ja auf dem laufenden sein. Desweiteren sind noch einige Monitoren (Kommando-Terminals) zu sehen, die uns verschiedene Einsatzmöglichkeiten bieten. Hier lassen sich Luftangriffe planen: chemische, biologische oder atomare Waffen einsetzen, der Nachschub koordinieren, sowie die Bevölkerungszahl samt Verstrahlungsrate ablesen. Kurz gesagt alles, was ein moderner General so braucht, um erfolgreich zu Felde zu ziehen. Aber auch ein diplomatisches Terminal wurde nicht vergessen – nur, Waffenstillstand bietet ja doch keiner an.

Auf der besagten Übersichtskarte werden sämtliche Einheiten durch blaue bzw. Rote Quadrate dargestellt, die dann mit einem Kampfauftrag versehen und bewegt werden müssen. Daß gerade eine Schlacht im Gange ist, erkennt man am Blinken und Rattern, dann erfolgt eine Verlustaufstellung, Auffallend ist die geringe Zahl an Kampfeinheiten, anscheinend gibt es nur wenige Großverbände. Auf die Marine wurde ganz verzichtet, und der Einsatz der Luftwaffe bleibt ein Rätsel. Beides Mängel, die sich ein Strategiespiel, sobald es sich selbst hochtrabend als Simulation bezeichnet, eigentlich nicht leisten darf. Da der Warschauer Pakt im Spiel ein empfindliches Übergewicht an Kampfeinheiten aufweist, ist der Griff in die Atomkiste der Nato schon vorprogrammiert, will der Spieler nicht sang- und klanglos untergehen.

Grafik und Sound kochen - wie bei solchen Games üblich - auf der kleinen Sparflamme. Was den Sinn der ganzen Angelegenheit betrifft; nämlich die mit dem Einsatz von Kernwaffen auf einem „modernen“ Schlachtfeld verbundenen Risiken, Gefahren und „Nutzen“ (???) zu verdeutlichen – nun, da spricht das Bild des Superkillers im Terminator-Look, das im bunten Farben am Cover prangt, eine deutliche Sprache! Wenn sich auch sonst kaum jemand für dieses kruse Machwerk interessieren dürfte, die Jungs von der BPS werden sicher ihre helle Freude damit haben... (wh)

Amiga Joker, November 1989, p.45

Amiga Joker
Grafik: 56%
Sound: 58%
Handhabung: 60%
Motivation: 7%

Gesamt: 58%
Für Fortgeschrittene
Preis: ca 69,- dm
Hersteller: Mirrorsoft (PSS)
Bezug: Computershop Gamesworld
Landsberger Str. 135 8000 München 2
Tel.: 0 89 /5 02 24 63

Spezialität: Wer meint, daß er das Ding haben muß, sollte sich beeilen: Die BPS hockt sicherlich schon in den Startlöchern! Das Programm wird mit umfangreicher deutscher Anleitung geliefert.