Bring me to the main page   Bring me to the Reviews Index

Brat logo

Möcht Ihr süße kleine Babies? So richtig knuddelige, mit Rosa Jäckchen und Schleife im Haar? Dann seid Ihr hier falsch. Der Held dieses Games macht zwar auch noch in die Windeln, aber ansonsten ist er ein ziemlich harter Brocken!

Brat Als Intro gibt’s einen entzückenden Cartoon samt Sprachausgabe, wo man der wundersamen Verwandlung von Nathan dem Süßen in Brat den Ungezogenen beiwohnen darf: kaum hat sich Mamas Liebling mit Lederjacke, Baseballmütze und Sonnenbrille ausstaffiert, sieht er nicht nur aus wie ein Rüpel – er benimmt sich auch so! Auf diesen Schock folgt das Hauptmenü, in dem man sich zur Frage der Musik- bzw. Effektbegleitung äußern, Levelcodes eingeben oder sich anhand von drei verschiedenen Demos auf die kommenden Herausforderungen einstimmen darf.

Die Aufgabe des Babysitters besteht darin, den schlafwandelnden Hosenscheißer sicher durch alle 46 Traumlandschaften zu führen. Diese bestehen aus labyrinthartigen Wegesystemen, die von schräg oben zu sehen sind („isometrische 3D-Perspektive“) und vom milupagestältchen Helden durchwandert werden müßen. Das Wandern besorgt er ganz alleine, bloß die Richtung muß man ihm vorgeben. „Bloß“ ist gut – bei den Milliarden von Kreuzungen, Ecken und Weggabelungen ist das die reinste Schwerarbeit! Sobald der Junior auch nur einen Schritt vom Pfad der Tugend abweicht, stürzt er in einen tödlichen Abgrund, darüber hinaus warten unterwegs allerlei böse Überraschungen, wie Killerspielzeug, Felsbrocken oder unaufmerksame Autofahrer. Und als ob das alles nicht schon stressig genug wäre, müssen auch noch möglichst viele der herumliegenden Gegenstände (Dynamit, Kristalle, Lutscher, etc.) eingesammelt werden: Erstens bringt das Punkte, und zweitens braucht man einige davon zur Überwindung bestimmter Hinderniße.

Brat Was die Angelegenheit so nervenaufreibend macht, ist die Tatsache, daß nicht nur Brat unablässig von oben nach unten dahinwandert, sondern auch die Landschaften unerbittlich weiterscrollen – sollte der Bengel vom oberen Screenrand eingeholt werden, ist eines seiner drei Leben futsch (tröstlicherweise gibt’s Continues ohne Ende). Der Gag dabei ist die Steuerung: Auf der rechten Bildschirmseite befindet sich eine Iconleiste, die (unter anderem) verschiedene Richtungspfeilen, Stopschilder und Brücken enthält. Mit der Maus pickt man sich das gewünschte Icon heraus und plaziert es auf dem Weg, unser Traumbaby folgt dann der Beschilderung...

Grafisch und soundmäßig wird ein ziemlicher Kindergarten geboten, der aber durch das abwechslungsreiche Leveldesign, die hübschen Animationen und die witzigen Soundeffekte gut erträglich ist. Vor allem hat Brat ein recht originelles Spielprinzip vorzuweisen – ein Hauch von „Lemmings“ umweht die Träume des kleinen Rackers. Ganz so unterhaltsam wie die der suizidgefährdeten Wühler sind Nathans Abenteuer zwar nicht, aber wer sich einmal auf’s Babysitten eingelassen hat, kommt so scnell nicht mehr davon los! (Hugh Myashirov)

Amiga Joker, July 1991, p.18

Der Amiga Joker meint:
"Brat ist ebenso originell wie unterhaltsam – da kommt Schwung ins Kinderzimmer!

Amiga Joker
Brat
Grafik: 76%
Sound: 72%
Handhabung: 78%
Spielidee: 81%
Dauerspaß: 78%
Preis/Leistung: 77%

Red. Urteil: 78%
Für Fortgeschrittene
Preis: ca 79,- DM
Hersteller: Image Works
Genre: Geschicklichkeit

Spezialität: Zwei Disks, Zweitlaufwerk wird nicht unterstützt, Highscoreliste, deutsche Anleitung.