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Mit etwas Verspätung, das Spiel wurde bereits auf der Amiga in '89 vorgestellt, ist es nun endlich auf der Redaktionstisch gelandet. Ein friedlicher Flugausbildung - sowas gibt es am Amiga auch nicht all zu tage!

Blue Angels Geschossen wird hier überhaupt nicht; kein Wunder, das Game wurde schließlich nach einer Kunstflugstaffel benannt, die es in Amerika durch ihre tollen Flugshows zu beachtlichem Ruhm gebracht hat. Bevor man sich mit der F/A-18 (z.B. aus "Interceptor" bekannt) in die Lüfte begibt, darf man erstmal einen richtig scheußlichen Vorspann und die obligate Codeabfrage über sich ergehen lassen. Alsdann wartet schon das Hauptmenü: "Game Options" ist ein Überbleibsel der PC-Fassung; hier wird der Detailreichtum eingestellt - je weniger Details, desto schneller fliegen die Blauen Engel. Abgespeckt werden kann bis auf die Horizontlinie, fragt aber nicht, wie es dann noch aussieht! Menüpunkt zwei enthält fertige Flugschauen zum Begutachten. Interessanter ist die Nummer drei, "Simulator": Die einzelnen Übungsmanöver werden in einer kleinen Grafik gezeigt, wenn man sie selbst ausprobiert, sieht man anschließend auch die eigene Flugbahn zum Vergleich. Geübt werden kann auch draußen, im Normalfall (außer in der Solo-Option) immer zusammen mit dem restlichen Geschwader. So langsam kämpfen wir uns dann über die verschiedenen, immer anspruchsvoller werdenden Übungsmanöver bis zur alles entscheidenden Airshow durch - hier darf man unter Beweis stellen, ob man vorher wirklich schon genügend geübt hat!

Angewählt werden die Menüs, über Tastatur, Joystick oder Maus, wobei es hier ausnahmsweise mal mit dem Keyboard am schnellsten geht. Beim Fliegen selbst ist dann der Joystick wieder erste Wahl. Die Grafik ist relativ(!) schnell, ruckelt aber zum Steinerweichen - gegenüber "Retaliator" ein großer Rückschritt. Im Cockpit nehmen die (zum Großteil unnützen) Instrumente gut und gerne zwei Drittel des Screens ein, die Alternative heißt überhaupt keine Anzeige bei voller Sicht. Der Sound besteht aus Geräuschen und einer gräßlichen Digi-Sprachausgabe. Realismus (Abstürzen, Blackout) wurde bei Blue Angels klein geschrieben, was aber erstaunlich wenig stört, geht es hier doch in erster Linie um die akkurate Ausführung der diversen Kunststückchen.

Ein großer Pluspunkt sind die zahlreichen Optionen, die die Motivation auch für längere Zeit warm halten. Wenn das Spiel eine schnelle und flüssige Vektorgrafik wie "Retaliator" hätte und dazu die Realitätsnähe von "Falcon", gäbe es diesen Test wahrscheinlich nicht - denn wäre ich nämlich am Joystick kleben geblieben! So ist es halt nur eine durchschnittliche Simulation, die sich vorwiegend für friedfertige Naturen anbietet, die noch neu im Flieger-Genre sind. (mm)

Amiga Joker, September 1990, p.27

Amiga Joker
Blue Angels
Grafik: 64%
Sound: 22%
Handhabung: 51%
Spielidee: 72%
Dauerspass: 63%
Preis/Leistung: 61%

Red. Urteil: 61%
Für Anfänger
Preis: ca. 84,- DM
Hersteller: Accolade
Bezug: CSJ Computersoft

Spezialität: Highscore-Liste ist vorhanden, ebenso ein Demo (einfach am Anfang nichts tun). Deutsche Anleitung; bei 512K Zweitlaufwerk abhängen.