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Birds of Prey logo

Bei Argonaut Software wollte man einfach nur, was man als Programmierer immer will - den ultimativen Flugsimulator entwickeln. Und in einer Hinsicht ist das schon mal garantiert gelungen: Hier warten nicht weniger als vierzig verschiedene Flieger!

Birds of Prey Vierzig! Grob geschätzt, dürfte sich damit die Zahl aller jemals simulierten Flugzeuge auf einen Schlag verdoppelt haben. Es gibt zwar leider nur ein Einheitscockpit für alle, aber in ihrem Flugverhalten unterscheiden sich die Vögelchen (Birds of Prey = Raubvögel) deutlich voneinander. Und das ist doch letztlich das Entscheidende, oder?

Das Angebot an Fliegern ist natürlich viel zu groß, um hier alle im einzelnen aufzuzählen, aber vom Senkrechtstarter über diverse Bomber bis zu den verschiedensten F-Jägern ist wirklich fast alles dabei, was überhaupt Flügel hat. Eine Ausnahme bilden lediglich die alten Kisten aus der Zeit vor 1945 sowie die A-6 Intruder, die ebenfalls im Hangar bleiben mußte. Wir hingegen dürfen jetzt raus auf die Startbahn, aber erst, nachdem wir ein paar klitzekleine Entscheidungen bezüglich Schwierigkeitsgrad, Tag/Nacht, Nato oder Warschauer Pakt und der gewünschten Landschaft (Gras/Wüste/Schnee) getroffen haben. Anschließend muß man sich nur noch einem von zwölf Missionstypen (Bombardierungen, Begleitschutz, Nachtschub, Abfangen, Testpilot, etc.) aussuchen, den dazu passenden Flieger samt Heimatsbasis wählen, und schon kann’s losgehen.

Amiga Joker Hit In der Luft liegt der Schwerpunkt eindeutig beim fliegerischen Können, sprich, es wird nicht ständig bloß geballert. Ja, sogar ein paar richtig friedliche Missionen sind mit dabei. Dafür ist die Raubvogeldressur atemberaubend wirklichkeitsgetreu und mit allem ausgestattet, was gut und teuer ist. So gibt’s einen Autopiloten, diverse Außen- und Feindansichten, unzählige Waffen, man kann in der Luft auftanken, von einem Flugzeugträger aus starten, und sehr realistisch mit dem Fallschirm abspringen. Das Cockpit (mit Textfenster und multi-funktionsdisplays) ist hervorragend gemacht, es läßt sich für bessere Sicht (NTSC-Streifen!) aber auch abschalten, so daß nur das Head Up Display zu sehen ist – ganz Mutige können selbst darauf verzichten. Nach der Landung kommt hier übrigens nicht die gewohnte Ordensverleihung, sondern lediglich ein trockener Text, der haarklein auflistet, was man alles erlebt und (nicht) geschafft hat.

Demgegenüber steht eine gar nicht trockene Grafik während des Flugs, die selbst auf der höchsten Detailstufe noch ein vernünftiges Tempo vorlegt. Die Steuerung klappt sowohl mit dem Joystick als auch per Maus tadellos; etwas enttäuschend hingegen der Sound: nur Effekte, die zudem stark an den Oldy „Interceptor“ erinnern. In punkto Präsentation hat Birds of Prey das gesteckte Ziel also knapp verfehlt, ansonsten hätten wir wohl tatsächlich einen neuen König der Lüfte krönen dürfen. So ist bei den vier Jahren Entwicklungszeit halt „nur“ ein exzellentes Spiel herausgekommen... (mm)

Amiga Joker, February 1992, p.34

Der Amiga Joker meint:
"Birds of Prey ist eine Lebensaufgabe - noch nie gab’s soviel Flugzeug fürs Geld!"

amiga joker
Birds of Prey
Grafik: 82%
Sound: 61%
Handhabung: 84%
Spielidee: 88%
Dauerspass: 91%
Preis/Leistung: 82%

Red. Urteil: 87%
Variabel
Preis: ca 94,- dm
Hersteller: Argonaut/Electronic Arts
Genre: Simulation

Spezialität: Mindestens 1MB, Codeabfrage, deutsches Handbuch, hübsches Intro.