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Der Abgenagte Nager

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Bei Grandslam ist der Biber los: Im Zuge der allgemeinen Plattform-Euphorie darf hier ein zotteliger Langzahn nahmens Jethro durch küterbunte Landschaften hüpfen – hat uns das Tierchen gerade noch gefehlt?

Beavers Eigentlich nicht, denn spielerisch ist Grandslams Biber doch eher ein Langweiler. Und das, obwohl der possierliche Nager von Arc-Developments in Szene gesetzt wurde, also jenem Programmier-Team, das sich seinerzeit durch astreine Automaten-Konvertierungen wie „Crackdown" oder „Forgotten Worlds" einen Namen gemacht hat. Doch diesmal müssten sie halt ohne Vorlage auskommen, und so erschöpft sich das Gameplay in einer langatmigen Plattform-Wanderschaft. Dass man unterwegs einen Häufen Sternlein einsammeln darf, ist ungefähr genauso originell wie die finale Befreiung der Freundin aus den Klauen des obligaten Bösewichts.

Zu Beginn scrollt die Landschaft automatisch von rechts nach links und lasst dem Biber-Dompteur vor dem Monitor kaum je eine Verschnaufpause; später darf man dann selbst entscheiden, wohin man laufen möchte. Doch wohin es auch sein mag, allerorten lauert akribische Millimeterarbeit: Exakt getimte Sprunge über tödliche Abgründe gehoren zum Pflichtprogramm, die Gegner tauchen meist in den ungünstigsten Momenten auf und sind so ganz ohne Waffen auch nicht gerade einfach zu besiegen - oft genug geht der dafür vorgesehene Drehsprung böse in die Höse. Dennoch kommt man mit seinen drei Heldenleben schon eine Weile zurecht, weil bei Feind beruhrungen nur ein Stuck des Energievorrats über den Jordan wandert.

Bloss, ob's die Mühe wert ist? Hier mal einen Bonusgegenstand aufklauben, dort ein Mini-Rätselchen lösen und gelegentlich einen extradicken Obermotz beiseiteräumen, ist für sich alleine genommen nunmal nicht wirklich abendfüllend. Doch die Abwechslung haben die Programmierer bei Beavers halt leider für die Optik reserviert. So wartet praktisch jeder Level mit neuen Wald-, Höhlen-, oder Winterlandschaften auf, und die Gegner würden allesamt so herzallerliebst animiert, dass man sie am liebsten in den Arm nehmen und knuddeln möchte – was freilich wenig daran ändert, dass die Sippschaft meist stur auf den Plattformen hin- und herwäckelt und dass die Feind-Formationen schon bald alte Bekannte sind. Andererseits klappt das multidirektionale Serolling einwandfrei, ein flottes Intro gibt's auch, es bleibt die Wahl zwischen (guter) Musikbegleitung und (läschen) Sound FX, die Steuerung erkennt sogar Zwei-Button-Sticks an, und trotz fehlender Zweit floppy-Unterstützung brauchen die Disks nur selten gewechselt werden.

Summa summarum ist Beavers ein solides Jump & Run, dem es an eigenen Ideen fehlt, um es mit der derzeit schier übermächtigen Konkurrenz aufzunehmen.Denn wenn allein in dieser Ausgabe noch zwei in jeder Beziehung bessere Spiele aus dem gleichen Genre warten (die Rede ist natürlich von „Arabian Nights" und „Superfrog"), dann braucht man nicht lange zu überlegen - da wird der Biber wohl auf Granit beissen... (rl)

Amiga Joker, May 1993, p.34

BEAVERS
(GRANDSLAM)
JUMP & RUN

62%

"ANSPRUCHLOS"
Amiga Joker
GRAFIK
ANIMATION
MUSIK
SOUND-FX
HANDHABUNG
DAUERSPASS
74%
78%
71%
49%
64%
58%
FÜR GEÜBTE
PREIS DM 79,-
SPEICHERBEDARF
DISKS/ZWEITFLOPPY
HD-INSTALLATION
SPEICHERBAR
DEUTSCH
1 MB
3/NEIN
NEIN
PASSWÖRTER
ANLEITUNG